Rezension : Scythe – Die Hüter des Todes

scythe- die Hüter des Todes

Bildquelle: S. Fischer Verlage

Das Buch „Scythe – Die Hüter des Todes“* wurde von Neal Shusterman geschrieben und ist im FISCHER Sauerländer Verlag erschienen. Mir wurde das Ebook freundlicherweise über NetGalley zur Verfügung gestellt.

Kriege, Armut, Krankheit und sogar den Tod gibt es nicht mehr, was dazu führt, dass die Erde durch eine Überbevölkerung bedroht wird. Deshalb wurde die Scythe erfunden, die auserwählt wurden, um die Menschen zu töten und somit das zu tun, was früher durch Schicksal oder Krankheit erledigt wurde. Rowan und Citra werden dazu auserkoren gemeinsam die Ausbildung zum Scythe anzutreten und freunden sich sogar an. Doch am Ende kommt alles anders als gedacht und ihre erste Aufgabe als Scythe wird es sein, den jeweils anderen zu töten.

Citra und Rowan werden von dem ehrenwerten Scythe Faraday in die Lehre genommen und lernen die Kunst zu töten, wie man entscheidet, wer als nächster »nachgelesen«, also getötet wird, und wie man den Menschen oder deren Verwandten die Entscheidung am besten beibringt. Da jeder Scythe selber entscheidet, wie er das alles handhabt, lernt man im Laufe des Buches verschiedene Herangehensweisen kennen. So wie es im wahren Leben ist, sind nicht alle Scythe weise, sondern gerne auch blutrünstig und mit Spaß bei der Sache.

Zwischen den Kapiteln findet man immer mal wieder Tagebucheinträge von verschiedenen Scythe. Dort schreiben sie ihre Gedanken auf, und was sie im Moment bewegt. Das bringt noch ein bisschen mehr Tiefe in manche Charaktere, die man sonst nur als Begleiter von Rowan und Citra kennenlernt.

Ich fand die Idee hinter dem Buch interessant. Eine Welt, in der man ewig lebt und doch durch einen Mitbürger getötet werden kann. Für mich persönlich ist die Aussicht ewig zu leben nicht sehr erstrebenswert. Ich denke die Motivation sich Ziele zu setzen und diese zu erreichen, entsteht auch dadurch, dass man nicht ewig Zeit hat. Die Scythe bringen natürlich eine Ungewissheit mit sich. Man weiß nie, wann es einen trifft, wie im echten Leben. Die einen leben 300 Jahre und die anderen 20.

Interessant fand ich auch, dass die Leute nicht getötet, sondern »nachgelesen« werden, was dem Ganzen den Schrecken nimmt. Nachlesen hört sich – jedenfalls für mich – nicht so schlimm an.

Der Schreibstil von Neal Shusterman ist nüchtern und klar und irgendwie distanziert. Mir fehlte ein wenig der Zugang zu den Charakteren, deshalb fand ich die Tagebucheinträge ganz nett, in denen man noch ein bisschen mehr über die Personen erfährt.
Dennoch konnte ich zum Beispiel nicht nachvollziehen, dass Rowan und Citra sich irgendwie anziehend fanden, bzw, sich lieben.

Mir fehlte insgesamt etwas Spannung. Es war nicht so, dass ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Andererseits gefällt mir, dass das Buch einem zum Nachdenken bringt. Ist ewiges Leben erstrebenswert? Ist ein schneller Tod weniger schmerzhaft, als wenn man vorher aufgeklärt wird, wie, was und warum? Usw.

Die Protagonisten Rowan und Citra haben mir sehr gut gefallen. Sie machen eine tolle Entwicklung durch, haben interessante Ansichten, nehmen die Herausforderung an und lassen sich nicht unterkriegen, obwohl sie wissen, dass einer von ihnen sterben muss.

Ich persönlich denke oft darüber nach, dass wir dank der Medizin und dem Wissen von heute alle immer älter werden, was Vor- und Nachteile bringt hinsichtlich Rente und Ernährung. Was für eine Idee, dass es irgendwann mal so sein könnte, dass wir uns gegenseitig umbringen müssten, weil wir zwar den Tod in den Griff bekommen haben, aber den Rest nicht.

Ingesamt hat mir das Buch gut gefallen und ich bin sehr gespannt auf den nächsten abschließenden Teil.

Titel: Scythe – Die Hüter des Todes
Preis: 4,99 € (ebook)  19,99 € (gebundene Ausgabe)
Seiten: 528 (gebundene Ausgabe)
ISBN: 978-3-737-35506-3

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Fischer Sauerländer Verlag

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Rezension – Ready Player One von Ernest Cline

ready player one Cover

Ich habe das Buch „Ready Player One„* von Ernest Cline schon vor ein paar Wochen gelesen, brauchte aber etwas Zeit, um die Rezension zu schreiben.

In dem Buch geht es um Wade Watts, auch bekannt als Parzival. Er lebt in einer möglichen Zukunftsversion unserer Welt. Genauer gesagt im Amerika des Jahres 2045. Die Erde ist größtenteils zerstört und die Gesellschaftsstruktur zusammengebrochen. Die Menschen leben in aufeinandergestapelte Wohnmobile. Es lohnt sich kaum noch sich in der realen Zeit aufzuhalten. Die meisten Menschen leben in der virtuellen Welt namens Oasis. Eigentlich ist es nur ein Spiel, das allerdings für viele zu einer Art Parallelleben geworden ist. Sie befinden sich permanent in dieser Welt, und legen die virtuelle Brille nur zum Schlafen ab. Die Oasis wurde von James Halliday, programmiert.
Dort gibt es alles, was man sich nur wünschen kann: verschiedene Planeten, die man erkunden kann, Grundstücke und Häuser, die man erwerben kann, es gibt sogar die Möglichkeit dort die Schule zu besuchen, man kann virtuelle Kämpfe ausfechten, usw.
Das Besondere an dieser Welt sind jedoch die Easter Eggs, die James Halliday dort versteckt hat. Kurz vor seinem Tod versteckt Halliday ein Easter Egg, das dem Entdecker das Erbe der Oasis und Hallidays Vermögen sichert. Seitdem ist eine riesige Jagd darauf ausgebrochen, bei der es leider nicht immer mit rechten Dingen zugeht und so manche Firmen sogar über Leichen gehen und das nicht nur virtuell.
Das Buch wird aus der Perspektive von Wade Watts erzählt. Er und auch seine Freunde sind ziemliche Einzelgänger. Sie leben in der virtuellen Welt und haben sich dort eine andere Identität aufgebaut. Wade hat manchmal Momente, in denen er merkt, dass er eigentlich einsam ist, aber diese Momente verfliegen schnell wieder.
Er ist total besessen von der Jagd. Seine gesamte Zeit benutzt er damit zur Schule zu gehen oder tausende Mal die gleichen Filme anzuschauen oder die Spiele durchzuspielen, die Halliday in seinem Almanach erwähnt. Er kann sogar ganze Filme eins zu eins nachsprechen.
Mir gefiel der Schreibstil selber ganz gut, auch wenn alles etwas langatmig ist. Die Geschichte beinhaltet zahlreiche Bezüge zur Popkultur der Achtzigerjahre. Jeder, der etwas mit PacMan oder Donkey Kong anfangen kann, wird hier so einiges wiedererkennen und das sehr im Detail.
Als Kind der 80er Jahre, habe ich natürlich nicht alle Anspielungen verstanden, aber das eine oder andere war mir durchaus bekannt und hat Erinnerungen wachgerufen. Leider fand ich manche Szenen und Erklärungen viel zu ausführlich beschrieben. Man merkt, die Begeisterung des Autors für diese Zeit. Aber es war doch sehr ermüdend die ganzen Details der Spiele und Filme seitenweise lesen zu müssen. Die ganze Zeit habe ich darauf gewartet, dass es endlich mit der Geschichte weitergeht.
Andererseits kann ich mir das als Film richtig gut vorstellen. Wenn es gut umgesetzt ist, denke ich könnte mir der Film vielleicht noch besser gefallen, weil es keine Längen gibt, da alles bildlich dargestellt ist. Ich freue mich total auf den Film.
Für jeden, der etwas mit den 80er Jahren anfangen kann, kann ich das Buch definitiv empfehlen, für alle anderen könnte es ein wenig langweilig sein, über Filme, Spiele und Bücher zu lesen, die einem unbekannt sind.

Titel: Ready Player One
Preis: 9,99 € (ebook)  9,99 € (Taschenbuch)
Seiten: 544 (Taschenbuch)
ISBN: 978-3-596-296590

Rezension – play on – Dunkles Spiel von Samantha Young

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Das ebook „play on*“ von Samantha Young wurde mir über NetGalley vom Ullstein-Verlag zu Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.

Es geht um Nora, die in Donovan aufwächst, und durch einen Schicksalsschlag in ein Leben rutscht, das sie nicht will. Da kommt ihr der Schotte Jim gerade recht, der sich auf den ersten Blick in sie verliebt, und sie mit sich nach Schottland nimmt. Nachdem ihre eigene Verliebtheit verflogen ist und ihre Hoffnungen und Jims Versprechungen niemals wahr geworden sind, merkt sie, dass sie von einem Gefängnis im nächsten gelandet ist.

Die Geschichte ist in drei Abschnitte aufgespalten. Der Beginn erzählt, wie Nora nach Schottland gekommen ist. Zwar ist es eine schöne Geschichte, aber es hat nichts mit der eigentlichen Liebesgeschichte zu tun. Hier wird der Hintergrund von Nora erzählt, was mit ihrer Familie ist und wieso sie so geworden ist, wie sie ist: unsicher, verletzlich und voller Schuldgefühle.

Mir fiel der Einstieg etwas schwer. Nachdem mir klar war, dass es sich nicht um die Hauptcharaktere gehandelt hatte, wollte ich einfach nur, dass es schnell weitergeht.

Erst im Mittelteil kommt dann Aiden ins Spiel und weitere Komplikationen. Zum Ende gibt es einen weiteren Bruch und der dritte Teil spielt wieder einige Jahre später.

Die Charaktere: Nora mochte ich nicht besonders. Sie tat mir zwar sehr leid, wegen all dieser Schicksalsschläge, aber diese Schuldgefühle, die sie sich eingeredet hat, weil sie Jim geheiratet hat? Weil sie ihm die Jahre gestohlen hat? Bitte was? Das hat mich extrem genervt, weil es mir völlig abwegig vorkam. Dieser „Grund“ für ihr Verhalten hat mir leider nicht gefallen.

Und auch, dass sie gar nichts hinterfragt hat. Eine Person, die sie nicht mag, und der sie auch nicht traut, erzählt ihr etwas und sie glaubt ihr einfach, ohne weiter nachzuhaken? Och nö.

Aiden: Ich mochte, dass er vorsichtig ist und sie erstmal richtig kennenlernen wollte. Es kann ja Liebe auf den ersten Blick sein, aber er stürzt sich nicht auf sie, ohne darüber nachzudenken. Obwohl ich echt gruselig finde, was er alles über sie weiß, und ein bisschen übertrieben.

Fazit.: Eine tiefgründige, sehr realistische Geschichte mit einer klaren Botschaft.

 

Titel: play on – Dunkles Spiel
Preis: 9,99 € (ebook)  12,00 € (Taschenbuch)
Seiten: 480(Taschenbuch)
ISBN: 978-3-548-291222

Rezension: Gut geplant ist halb verliebt

gut geplant ist halb verliebt

Das Buch „Gut geplant ist halb verliebt„* von Lauren Layne aus dem mtb-Verlag wurde mir im Zuge einer Lovelybooks-Leserunde vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Mit dem Umzug in die neue Wohnung fühlt sich Heather endlich da angekommen, wo sie immer hinwollte. Sie lebt jetzt in New York, ihre Beförderung zur Hochzeitsplanerin steht kurz vor der Tür. Alles könnte so perfekt sein, wenn da nicht dieser dämliche Nachbar wäre. Er spielt viel zu laut Musik; am liebsten in den Abendstunden, lebt scheinbar in den Tag hinein und sieht auch noch unverschämt sexy aus.

Auch auf der Arbeit ist nicht alles so rosa wie es scheint. Zwar kann Heather für ihre Kundin ihre Traumhochzeit planen, allerdings kommt es ihr denkbar seltsam vor, dass die Braut sich so gar nicht für ihre eigene Hochzeit interessiert.

Der Schreibstil hat mir direkt sehr gut gefallen. Er ist locker leicht und flüssig zu lesen. Auch die Charaktere waren gut durchdacht. Sie haben alle ihre Macken und Hintergründe. Es wird aus zwei Perspektiven erzählt und wir lernen Josh und Heather und ihre Geschichte in ihrer jeweils eigenen Perspektive kennen. Josh, der scheinbar in den Tag hinein lebt und Musiker sein will und gleichzeitig nicht so gefestigt ist, wie er rüber kommen will. Er will keine Beziehung und niemandem zu Nahe kommen.

Und auch hinter Heathers Vorliebe Hochzeiten zu planen steckt etwas aus ihrer persönlichen Geschichte.

Die beiden können sich vom ersten Augenblick gut leiden, auch wenn sie sich nicht einig sind, wann so laut Musik gespielt werden darf und wann nicht.

Auch die Nebencharaktere waren mit viel Liebe gezeichnet und wurden gut in die Geschichte eingearbeitet. Ihre Chefin und ihre Mitarbeiterin bei den »Wedding Bells«, die Familie von Josh.

Anfangs hat mich die Weise, wie sie miteinander geredet haben, etwas irritiert. Ich hatte bei den Dialogen immer das Gefühl irgendetwas nicht mitbekommen zu haben. Ich habe mich aber schnell daran gewöhnt. Gerade die Frechheit in den Schlagabtauschen hat mir sehr gut gefallen. Sie sind beide nicht auf den Mund gefallen und zögern auch nicht dem anderen das zu zeigen. Sehr unterhaltsam.

Es ist eine wunderschöne Liebesgeschichte für zwischendurch. An manchen Stellen ein bisschen übertrieben, an einigen Stellen etwas klischeehaft, aber dennoch sehr unterhaltsam.

Titel: Gut geplant ist halb veriebt
Preis: 8,99 € (ebook) 9,99 € (Taschenbuch)
Seiten: 336 (Taschenbuch)
ISBN: 978-3-956-497759
mtb-Verlag (MIRA Taschenbuch ein Imprint von HarperCollins Germany GmbH)

Rezension – Evolution – Teil 2 und Teil 3

Schon wieder 2 Wochen vorbei. Eigentlich sollte die Rezension früher kommen, aber das Jahr hat so angefangen, wie es geendet hat: stressig. In der ersten Woche habe ich ein Projekt beendet, das noch geheim ist, und in der zweiten Woche war ich auf der Heimtextil in Frankfurt.

Aber eigentlich soll es ja um die Rezension geshen:

Evolution –  der Turm der Gefangenen (Teil 2)*

Evolution – die Quelle des Lebens (Teil 3)*

zur Rezension von Teil 1 geht es hier entlang

Die Bücher sind ursprünglich im Arena Verlag erschienen und wurden von Thomas Thiemeyer geschrieben.

Nach einem Flugzeugabsturz erwachen die Passagiere in einem Amerika, das so ganz anders aussieht, als es aussehen sollte. Alles ist verlassen und mit Pflanzen überwuchert.

Ein paar Jugendliche schließen sich zusammen und versuchen herauszufinden, was passiert ist. Auf ihrem Weg begegnen ihnen schreckliche Dinge und sie sind Gefahren ausgesetzt, die sie sich in ihrer alten Welt kaum vorstellen konnten.

Ich habe den zweiten und auch den dritten Teil als Hörbuch gehört, erschienen im Rubikon Audio-Verlahgelesen von Mark Bremer. Besonders gut hat mir gefallen, dass es zu Beginn immer eine kleine Einführung gibt. In wenigen Worten wird erzählt, was im letzten Band passiert ist. Eine super Idee. Man weiß sofort wieder, wo man ist. Sehr hilfreich, wenn man die drei Bücher nicht hintereinander liest. 🙂

Der Schreibstil ist schlich und einfach gehalten, was mir sehr gut gefallen hat. Die Vorlieben des Autors (er hat Geologie und Geographie studiert) werden schnell klar. Es geht um die Entwicklung des Lebens, die Grausamkeit und der Egoismus der Menschen. Es gibt einige technische Begriffe, die aber gut und verständlich erklärt werden

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven jeweils aus der dritten Person erzählt. Die Perspektivwechsel sind sehr gut gelungen, was ich persönlich als besonders wichtig empfinde. Man weiß sofort, wer da spricht, was den Lesefluss nicht ins Stocken geraten lässt. Natürlich hat man dadurch nicht so viel Einblick in die Gefühlswelt der Charaktere, was mir aber nicht gefehlt hat. Die Charaktere sind insgesamt leider eher stereotypisch gehalten. Man erfährt kaum etwas über sie, was wirklich schade ist. Sie scheinen eine Vergangenheit zu haben, denn ab und zu werden Details erwähnt, aber es kommt nie wirklich zur Sprache. Das fehlt irgendwie. Auch die extreme Wandlung einiger Charaktere fand ich nicht so toll, z.B Marek, der sich in jedem Band komplett anders verhält. Und die angedeutete Verliebtheit zwischen manchen Personen hat mich öfters die Augen verdrehen lassen. Gerade in dieser Geschichte fand ich das eigentlich überflüssig.

Insgesamt stehen die Konflikte und Beziehungen der Charaktere innerhalb der Gruppe im Vordergrund. Sie werden auf die Probe gestellt, müssen einander vertrauen und versuchen, sich gemeinsam gegen äußere Einflüsse zur Wehr zu setzen und durchzuhalten.

Ich hatte ein Problem mit der Sprache der Charaktere. Obwohl zwischen den Jugendlichen einige Jahrhunderte liegen, ist der einzige Unterschied, dass sie technisch nicht auf dem gleichen Stand sind. Sie sprechen gleich, sie benehmen sich gleich. Das fand ich total irritierend.

Und auch die Ereignisse an manchen Stellen kamen mir eher unwahrscheinlich vor und sehr weit hergeholt. Leider gab es auch einige Logiklöcher. Die Jugendlich sind technisch so versiert und können alles händeln, was ihnen in den Weg kommt. Mir haben einfach zu oft logische Erklärungen gefehlt. Gerade der dritte Band hat einiges zu bieten, was ich als übertrieben oder unlogisch empfand.

Insgesamt wird die Reihe (wie es leider öfter der Fall ist) mit jedem Band schlechter. Dennoch mag ich das Thema und finde die Idee interessant, dass die Natur sich die Zerstörungswut der Menschen nicht gefallen lässt, sondern irgendwann mal zurückschlagen könnte.

 

Titel: Evolution – Ter Turm der Gefangenen
Preis: 13,99 € (ebook) 16,99 € (gebundene Ausgabe)
Seiten: 376 (gebundene Ausgabe)
ISBN: 978-3-401-601687
Titel: Evolution – Die Quelle des Lebens
Preis: 14,99 € (ebook) 17,99 € (gebundene Ausgabe)
Seiten: 416 (gebundene Ausgabe)
ISBN: 978-3-401-601694

 

Rezension – QualityLand von Marc-Uwe Kling

Qualityland ullstein

Das Buch QualityLand von Marc-Uwe Kling aus dem Ullstein-Verlag wurde mir freundlicherweise über NetGalley als ebook zur Verfügung gestellt

QualityLand ist kein tolles Land, es ist das tollste Land. Dort gibt es keine guten Waren, sondern die besten Waren. Nur Superlativen werden akzeptiert.

Das Land hieß früher anders. Aber um nicht immer die Altlasten mitschleppen zu müssen hat man das Land einfach umbenannt. Außerdem hört sich »made in QualityLand« einfach besser an.

Auch die Bewohner des Landes wurden umbenannt. Sie tragen jetzt den Beruf der Eltern als Nachnamen. (Die Jungs werden nach dem Beruf des Vaters und die Mädchen nach dem Beruf der Mutter benannt.) Das ist super, wenn dein Vater ein Senator ist, aber blöd, wenn er arbeitslos ist, wie der Vater des Protagonisten Peter Arbeitsloser.

Peter ist Maschinenverschrotter, denn in diesem Land werden die Produkte nicht mehr repariert, sondern direkt verschrottet. Und wenn man etwas Neues braucht, dann wird es sofort von TheShop – der weltweit beliebteste Versandhändler – geliefert – auch wenn man selber noch gar nicht weiß, dass man dieses Produkt überhaupt braucht.

Allerdings scheint das System nicht so perfekt zu sein, wie es sein sollte. Denn Peter bekommt etwas geliefert, das er seiner Meinung gar nicht haben will. Leider ist er der Einzige, der glaubt, dass etwas nicht stimmt, und er findet keine Möglichkeit das Produkt zurückzugeben. Und damit beginnt Peters Kampf gegen das System, zusammen mit einer Drohne, die Flugangst hat, einem traumatisierten Kampfroboter und noch ein paar anderen Freunden.

In dem Buch gibt es drei verschiedene Perspektiven: Peter Arbeitsloser, einer der »Nutzlosen«, Martyn Vorstand, ein hohes Tier im Parlament und »John of Us«, ein Roboter, der für das Kanzleramt kandidiert. Zunächst sind es drei verschiedene Leben, die parallel ablaufen und erst am Ende zusammengeführt werden.

Leider war die Handlung eher eine Aneinanderreihung von mehreren Kurzgeschichten, vor allem die Geschichte um Peter Arbeitsloser. Das ist jedoch die einzige kleine Kritik, die ich habe.

Die Kapitel werden immer wieder durch Artikel und Werbung unterbrochen. Darunter gibt es so einige interessante Kommentare, die man nachlesen kann. Das ist das einzige, was sich in den beiden Versionen (schwarz oder weiß) unterscheidet.

Dies ist das erste Buch, das ich von Marc-Uwe Kling gelesen habe. Bei witzigen Romanen bin ich oft vorsichtig. Humor kann ja sehr verschieden sein. Allerdings hat er mit diesem Buch bei mir genau ins Schwarze getroffen und ich kann es definitiv weiterempfehlen. Es passieren super witzige Sachen, obwohl man eigentlich oft nicht weiß, ob man lachen oder lieber weinen sollte. Denn die Welt, in der Peter lebt, ist unsere Welt, in der so einige Dinge auf die Spitze getrieben werden. Es ist ein Zukunftsbild, das zeigt, wie es aussehen könnte, wenn wir so weitermachen wie bisher. Die Ärzte wissen auf den Tag genau, wann du stirbst, das Internet weiß, was du willst, bevor du es selber weißt (»gläserner Mensch«). Durch die Personalisierung wird der Menschenhass gefördert, weil man immer nur in seiner eigenen Blase lebt und jeder denkt, die anderen denken genauso (Algorithmus). In diesem Fall bin ich immer dankbar für solche Bücher, die mal zum Nachdenken anregen.

Das Cover ist genial gestaltet. Nicht nur, dass es zwei Versionen gibt, es sind auch ein paar Dinge abgebildet, die man erst erkennt, wenn man das Buch gelesen hat. Eigentlich sollte das Land EqualityLand heißen. Das E wurde in Form vom Namen des Autors dargestellt. Außerdem erkennt man einen Kussmund, der in Qualityland anstelle des Fingerabdrucks benutzt wird.

Fazit: ein satirischer Blick auf unsere Zukunft oder wie sie sein könnte. Auf jeden Fall lesen.

Titel: Qualityland
Preis: 14,99 € (ebook) 18,00 € (Hardcover)
Seiten: 385 (Hardcover)
Bindung: ebook und Hardcover
ISBN: 978-3-550-050152

Rezension: Wenn die Liebe Anker wirft

wenn die Liebe Anker wirft - jodysart

 

Fast ein Jahr nach dem Tod ihrer Mutter kehrt Summer zurück nach Willowbeck. Sie muss sich endlich um das Hausboot ihrer Mutter kümmern, das eine Freundin mehr schlecht als recht weiterführt. Summer weigert sich jedoch zunächst selber die Verantwortung darüber zu übernehmen und überlegt, es zu verkaufen.

In Willowbeck trifft sie auf den neuen Nachbarn Mason, den griesgrämigen Norman, der nie aus seinem Boot herauszukommen scheint und trotzdem über alles und jeden Bescheid weiß, auf die Wahrsagerin Valerie, die Freundin ihrer Mutter, und auf Harry, die wunderbare Kuchen zaubert.

Außerdem sind da noch die Pubbesitzer Jenny und Denis, wobei Jenny lieber gesehen hätte, dass Summer nicht zurückgekehrt wäre und sie auch so behandelt.

Obwohl Summer alles versucht, kann sie die Vergangenheit nicht vergessen und auch nicht, dass sie glaubt, schuld an dem Tod ihrer Mutter zu sein.

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm und flüssig, allerdings ist der Rhythmus so langsam, dass ich auch nur langsam vorwärts kam und so brauchte ich für eine Seite doppelt so lang, wie für andere Bücher. Ich kam also nicht allzu schnell voran, was mich teilweise so genervt hat, dass ich zu einem anderen Buch gegriffen habe.

Es gab zu viele Details, die zu ausführlich beschrieben wurden. Mir fiel es extrem schwer am Ball zu bleiben und weiterzulesen.

Das Buch ist in mehrere Teile aufgeteilt. Dies hätten auch einzelne Bände sein können, weil neue Figuren darin vorkommen, wir zwischendurch an anderen Orten sind und auch die Themen ganz andere sind.

Insgesamt behandelt das Buch so viele verschieden Themen, dass ich mich kaum auf eines konzentrieren konnte. Manchmal wusste ich nicht genau, um was es denn jetzt geht. Die Handlung ist oft schwammig. Es kommt immer etwas Neues. Zwar wird der rote Faden am Ende des Buches wieder aufgenommen, aber in der Mitte scheint er sich irgendwo verloren zu haben.

Willowbeck wirkt sehr idyllisch. Die Beschreibungen der Orte und der Boote sind sehr ausführlich. Ich konnte mir die Schauplätze gut vorstellen, was ich von den Charakteren nicht behaupten kann. Diese sind schlicht und einfach gehalten. Obwohl die Vergangenheit so wichtig für Summer ist, erfährt man doch nicht viel davon. Genauso ist es bei Mason. Und auch von den anderen Charakteren hätte ich gerne mehr erfahren. Es wird alles nur kurz angerissen. Insgesamt fiel es mir schwer mich in die Lage der Charaktere hineinzuversetzen. Ich habe mich wirklich eher wie ein Zuschauer gefühlt, der von oben auf die Handlung schaut.

Insgesamt hat mir der Schreibstil der Autorin und auch die Geschichte ganz gut gefallen. Allerdings war das Buch an einigen Stellen etwas langatmig und ich hätte lieber mehr über die Charaktere erfahren.

Titel: Wenn die Liebe Anker wirft
Preis: 9.99 €
Seiten: 496
Bindung: Taschenbuch
ISBN: 978-3-956-49684-4