Rezension: Wenn die Liebe Anker wirft

wenn die Liebe Anker wirft - jodysart

 

Fast ein Jahr nach dem Tod ihrer Mutter kehrt Summer zurück nach Willowbeck. Sie muss sich endlich um das Hausboot ihrer Mutter kümmern, das eine Freundin mehr schlecht als recht weiterführt. Summer weigert sich jedoch zunächst selber die Verantwortung darüber zu übernehmen und überlegt, es zu verkaufen.

In Willowbeck trifft sie auf den neuen Nachbarn Mason, den griesgrämigen Norman, der nie aus seinem Boot herauszukommen scheint und trotzdem über alles und jeden Bescheid weiß, auf die Wahrsagerin Valerie, die Freundin ihrer Mutter, und auf Harry, die wunderbare Kuchen zaubert.

Außerdem sind da noch die Pubbesitzer Jenny und Denis, wobei Jenny lieber gesehen hätte, dass Summer nicht zurückgekehrt wäre und sie auch so behandelt.

Obwohl Summer alles versucht, kann sie die Vergangenheit nicht vergessen und auch nicht, dass sie glaubt, schuld an dem Tod ihrer Mutter zu sein.

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm und flüssig, allerdings ist der Rhythmus so langsam, dass ich auch nur langsam vorwärts kam und so brauchte ich für eine Seite doppelt so lang, wie für andere Bücher. Ich kam also nicht allzu schnell voran, was mich teilweise so genervt hat, dass ich zu einem anderen Buch gegriffen habe.

Es gab zu viele Details, die zu ausführlich beschrieben wurden. Mir fiel es extrem schwer am Ball zu bleiben und weiterzulesen.

Das Buch ist in mehrere Teile aufgeteilt. Dies hätten auch einzelne Bände sein können, weil neue Figuren darin vorkommen, wir zwischendurch an anderen Orten sind und auch die Themen ganz andere sind.

Insgesamt behandelt das Buch so viele verschieden Themen, dass ich mich kaum auf eines konzentrieren konnte. Manchmal wusste ich nicht genau, um was es denn jetzt geht. Die Handlung ist oft schwammig. Es kommt immer etwas Neues. Zwar wird der rote Faden am Ende des Buches wieder aufgenommen, aber in der Mitte scheint er sich irgendwo verloren zu haben.

Willowbeck wirkt sehr idyllisch. Die Beschreibungen der Orte und der Boote sind sehr ausführlich. Ich konnte mir die Schauplätze gut vorstellen, was ich von den Charakteren nicht behaupten kann. Diese sind schlicht und einfach gehalten. Obwohl die Vergangenheit so wichtig für Summer ist, erfährt man doch nicht viel davon. Genauso ist es bei Mason. Und auch von den anderen Charakteren hätte ich gerne mehr erfahren. Es wird alles nur kurz angerissen. Insgesamt fiel es mir schwer mich in die Lage der Charaktere hineinzuversetzen. Ich habe mich wirklich eher wie ein Zuschauer gefühlt, der von oben auf die Handlung schaut.

Insgesamt hat mir der Schreibstil der Autorin und auch die Geschichte ganz gut gefallen. Allerdings war das Buch an einigen Stellen etwas langatmig und ich hätte lieber mehr über die Charaktere erfahren.

Titel: Wenn die Liebe Anker wirft
Preis: 9.99 €
Seiten: 496
Bindung: Taschenbuch
ISBN: 978-3-956-49684-4
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Messebericht: Frankfurter Buchmesse 2017

Auch dieses Jahr war wieder Buchmesse in Frankfurt und ich war dabei. Es ist einfach wunderbar in die Welt der Buchverrückten einzutauchen und ein paar Stunden lang nur von Leuten umgeben zu sein, die Bücher so sehr lieben wie ich und sich mit ihnen auszutauschen. Ob jetzt mit Lektoren, Verlagsmitarbeitern, Autoren, Illustratoren, Bloggern oder einfach „nur“ Lesern. Es ist wundervoll. Wenn die Messe ruft, folge ich und ich werde auch nächstes Jahr wieder da sein 🙂

Aber zurück zu der diesjährigen Messe: Frankfurter Buchmesse 2017. Diesjähriges Gastland war Frankreich. Leider habe ich kaum etwas davon mitbekommen, außer ein paar Gesprächsfetzen von vorbeilaufenden Besuchern. Aber das kommt wohl davon, wenn man sich während zwei Tagen fast ausschließlich in Halle 3.0 aufhält – wie immer. Und dabei habe ich trotzdem das Gefühl, dass ich nur einen Bruchteil von dieser Halle gesehen habe. Es war einfach viel los, es gab viel zu sehen und an manchen Tagen (Samstag!) kein Durchkommen.

Da ich die Messe dieses Mal etwas ruhiger angehen wollte, habe ich mir kaum Termine gemacht. Ich wusste, welche Veranstaltungen ich sehen wollte und welchen Verlagen ich einen Besuch abstatten wollte. Manche Stände sind einfach ein Muss, wie zum Beispiel der Coppenrath-Verlag und der Arena- Verlag, wo ich mich dann doch mit einer Lektorin getroffen habe.

Weiter ging es zum Magellan-Verlag und zum Usborne-Verlag, der auch ein Muss ist. (da schlägt mein Illustratoren -Herz höher 🙂 ) Die Bücher stechen einfach immer aus den anderen heraus und ich könnte dort Stunden verbringen, obwohl der Verlagsstand eher klein ist. Er ist ein Partnerverlag von dtv und da muss ja jeder Verlag sein Plätzchen finden. Trotzdem immer wieder schön.

Trotz der viele Menschen gab es an den Verlagsständen immer ein Plätzchen, um sich ein bisschen auszuruhen.

Beim dtv-Verlag fühlte man sich beinahe wie im Wohnzimmer.

Ebenso beim Ullstein-Verlag. Die aufgebauten Sessel luden zum Bleiben ein.

Der Loewe-Verlag hatte eine eindrucksvolle Bücherwand aufgebaut. Und auch noch farblich abgstimmt 🙂

Und da auf einer Buchmesse nicht nur Belletristik zu finden ist, sondern auch Sachbücher und andere Dinge aus dem Non-Book Bereich, war ich auch kurz beim Frechverlag/TOPP-Kreativ, der seinen Stand mit Lettering-Karten aufgehübscht hatte

und beim Lingen-Verlag (Monbijou), die sogar einen Preis gewonnen haben.

Schlussendlich habe ich mir dann noch das Interview von Rainer Wekwerth angehört und oute mich hiermit mal als Fan der Labyrinth-Trilogie* 🙂

Ach ja, und Batman war auch da 🙂

 

Am Samstag war es ziemlich voll. Ich bin, so gut es ging, durch die Gänge getrippelt (immer ein Schritt vor den nächsten und Seitenhieben ausweichen) und habe mich vor allem in der Selfpublisher-Area aufgehalten. Zum Einen, weil es da interessante Vorträge gab, und zum Anderen war es da einfach ein bisschen luftiger, als in den anderen Gängen.

BOD– Veranstaltung mit Laura Newman und Mary Cronos.

Am SNIPSL-Stand

Amazon-Publishing

Natürlich musste ich mir das Interview von dem Autor und Illustrator von Tilda Apfelkern* Andreas H. Schmachtl am Stand vom Arena-Verlag anhören.

Schlussendlich bin ich dann doch mal eine Etage höher gefahren – in Halle 3.1 – und habe Daniel Holbe zugehört, der auch übers Schreiben und seine Bücher gesprochen hat.

Und dann war die Messe für mich leider zu Ende und ich muss wieder ein ganzes Jahr warten. Ich habe mich sehr über all die Treffen, Begegnungen und Gespräche gefreut. Vielen Dank (und ich hoffe, dass ich euch spätestens nächstes Jahr wiedersehe.)

mit * markierte Links sind Affiliate-Links

 

Rezension: Stars over Castle Hill – Schicksalhafte Begegnung von Samantha Young

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Bildquelle: Ullstein-Verlag

Das E-Book wurde mir über NetGalley vom Ullstein-Verlag zur Verfügung gestellt.

In dem Buch „Stars over Castle Hill – Schicksalhafte Begegnung“ von Samantha Young, erschienen im Ullstein-Verlag, geht es um Joss und Braden Carmichael, die glücklich verheiratet sind und drei Kinder haben.
Joss ist Schriftstellerin und soll eine »Was-wäre-wenn«-Novelle schreiben. Sie entscheidet sich dafür, ein alternatives Kennenlernen mit Braden zu erfinden. Was wäre, wenn sie sich nicht vor zehn Jahren getroffen hätten, sondern erst jetzt? Wer wäre sie, wenn sie ihm nicht begegnet wäre? Sie glaubt daran, dass sie beide füreinander bestimmt sind, und dass sie sich früher oder später ineinander verliebt hätten. Voller Angst vor der großen Liebe würde sie sich mit dreißig vielleicht einsam fühlen. Würde Braden immer noch um sie kämpfen, wenn er vielleicht schon eine Ehe hinter sich hätte?

Ich habe erst später bemerkt, dass dies wohl eine Art Spin-off oder Fortsetzung der Edinburgh Love Story Reihe ist. Ich habe diese Bücher (noch) nicht gelesen. Allerdings hat mich das nicht wirklich gestört.

Es ist das erste Buch, das ich von Samantha Young lese und ihr Schreibstil hat mich voll überzeugt. Er ist flüssig, mitreißend, spritzig, gefühlvoll, locker. Ich konnte mich super in die Figuren hineinversetzen.
Mir hat besonders gut gefallen, dass Braden und Joss schon etwas älter sind. Sie waren bedachter in ihren Handlungen, haben Verantwortung übernommen, Entscheidungen akzeptiert und versucht sich in den anderen hineinzuversetzen, was mir bei manchen YA-Romanen fehlt. Leider ging mir das Ende etwas zu schnell. Es war eben nur eine Kurzgeschichte.Trotzdem hat es an nichts gefehlt. Überraschende Wendungen, prickelnde Szenen, Komik, ein Auf und Ab der Gefühle.

Ich kann das Buch auch empfehlen, wenn man noch nichts von Samantha Young gelesen hat, allerdings wäre es vielleicht schlauer, die Reihe mit dem ersten Band zu beginnen 😉

Titel: Stars over Castle Hill – Schicksalhafte Begegnung
Preis: 1.99 €
Seiten: 144
Bindung: e-pub
ISBN: 978-3-843-71697-0

Rezension: Hochsensibilität und die berufliche Selbstständigkeit

Dieses Buch habe ich über eine Leserunde bei Lovelybooks entdeckt und es hat mich direkt angesprochen. Ich habe vorher noch nie etwas von Hochsensibilität gehört, habe aber schon oft bemerkt, dass ich scheinbar sensibler bin als andere Leute . Mich strengen Feste unglaublich an, ich nehme Stimmungsschwankungen stark wahr, stelle mir viel zu oft die Frage nach dem Sinn und brauche ab und zu mal eine Pause. Das alles immer etwas mehr als andere. Ich habe dies immer als Schwäche wahrgenommen, möchte diese aber gerne zu meiner Stärke machen. Ein Anfang ist mit diesem Buch gemacht. 🙂

Hochsensibilitätamazon
dielus

In dem Buch „Hochsensibilität und die berufliche Selbstständigkeit“ von Sandra Tissot erschienen bei dielus edition geht es darum, wie hochsensible Menschen sich in der konservativen Arbeitswelt zurecht finden (oder auch nicht) und wie der mögliche Ausweg in die Selbstständigkeit aussehen könnte.

Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt. Im ersten Teil erzählt Frau Tissot über ihre Zeit als Angestellte. Sie arbeitet als Marketingleiterin in einem Softwareunternehmen, kann ihre Fähigkeiten aber gar nicht richtig einsetzen, denn ihr Chef bremst sie immer wieder aus und stellt sie bloß. Das gesamte Umfeld macht es ihr schwer sich wohlzufühlen. Die vorgegebenen Arbeitszeiten, die räumlichen Begebenheiten und die Anforderungen ihres Chefs machen es ihr nicht leicht. Sie fühlt sich abhängig und fremdbestimmt. Gerade als hochsensibler Mensch kommt man da schnell an seine Grenzen. Es geht sogar so weit, dass sie eine Autoimmunkrankheit entwickelt. Es ist wie so oft im Leben. Es muss erst etwas passieren, bis man reagiert. Erst jetzt wird ihr so richtig bewusst, dass sie unbedingt etwas ändern muss.

Im zweiten Teil schreibt Frau Tissot über ihre Entscheidung, in die Selbstständigkeit zu gehen und über ihren Kampf durch den Verwaltungsdschungel, wo sie wieder mal auf festgefahrene Strukturen und Unverständnis trifft.

Im dritten Teil wird erzählt, was es heißt, als hochsensibler Mensch ein eigenes Unternehmen zu führen. Hier werden die Aufs und Abs beschrieben, positive wie auch negative Erfahrungen, was es besonders authentisch macht. Natürlich wird es als Selbstständiger nicht einfacher. Kundenakquise, Telefonate, Stress, unerwartete Anfragen, bei denen es schwer fällt »nein« zu sagen. Aber diesmal arbeitet man für sich selber und in Eigenverantwortung. Und gerade als hochsensibler Mensch ist es eine große Entlastung selber bestimmen zu können, wann man eine Pause braucht. Man kann sich kurz zurückziehen und dann wieder mit neugewonnener Energie weiterarbeiten. In diesem Teil werden noch weitere Dinge angesprochen, z.B. dass es »Super-Moms« nicht gibt – jedenfalls nicht auf Dauer, und dass es für hochsensible Menschen wichtig ist Beruf und Familie im Einklang zu bringen, weil sie aus beidem gleichermaßen ihre Energie ziehen. Zudem werden noch einige Zitate über Glück angeführt.

Ich muss sagen, ich habe mich sehr angesprochen gefühlt. Den ersten Teil finde ich in meinem Leben in ähnlicher Form wieder. Allerdings hatte ich nie einen Chef, der einem mehr Steine in den Weg legt, als man wegräumen kann. Aber die Schwierigkeit zu bestimmten Zeiten arbeiten zu müssen, ohne Pausen, in einem lauten Arbeitsumfeld, in dem man alle fünf Minuten durch Telefonate (eigene oder die der Kollegen) Radio, Diskussionen, usw, gestört wird und der fehlende Sinn mancher Arbeiten kenne ich nur zu gut. Auch der Gang zu den Behörden ist mir durchaus bekannt. Der dritte Teil hat mir in manchen Dingen die Augen geöffnet und ich habe mich plötzlich verstanden gefühlt. Viele Dinge, die ich mich immer wieder frage, wurden hier besprochen und haben mir gezeigt, dass ich doch nicht so alleine bin, und dass vieles auf die Hochsensibilität zurückzuführen ist. Die Glückszitate, die mich im ersten Moment etwas stutzig gemacht haben, sind gar nicht so verkehrt. Denn auch ich schaue gerne nach solchen Zitaten, um mich selber zu motivieren.

Ich habe mich in diesem Buch in vielerlei Hinsichten wiedergefunden und denke, dass es ein Buch ist, dass ich sicher öfter zur Hand nehmen werde, wenn ich mich mal wieder unverstanden fühle oder auf der Suche nach dem Sinn bin. 🙂

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut zu lesen.
Das Design des Buches hat mir sehr gut gefallen. Die wichtigsten Sätze im Text, die oft mit der Hochsensibilität zu tun haben, werden hervorgehoben, wodurch sie beim Nachlesen leicht wiederzufinden sind. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass die Schrift etwas größer wäre. Ich hatte immer wieder die Tendenz einfach zum nächsten Abschnitt zu springen, ohne die hellen Textstellen zu lesen. Aber das ist nur eine Kleinigkeit. Am Ende der Kapitel wird nochmal auf das wichtigste eingegangen. Durch die Fragen wird zur Selbstreflexion angeregt.

Insgesamt ist es meiner Meinung nach ein sehr gutes Buch für »Einsteiger«. Also für diejenigen, die sich noch nicht allzu sehr mit der Hochsensibilität befasst haben. Viele Eigenschaften, die mit der Hochsensibilität zu tun haben, werden angesprochen und man kann sich leicht wiederfinden. An einigen Stellen hätte ich mir noch etwas mehr Tiefe gewünscht. Es ist eher ein Erfahrungsbericht, wie die Autorin ihre Hochsensibilität entdeckt und was sie daraus gemacht hat. Dadurch, dass schön herausgestellt wird, was die Schwächen, aber auch die Stärken von hochsensiblen Menschen sind, weiß man, worauf man zu achten hat.

Vielleicht auch ein interessantes Buch für nicht hochsensible Menschen, die sich für das Thema interessieren.

Titel: Hochsensibilität und die berufliche Selbstständigkeit
Untertitel: Wie sich ein Sensibelchen selbstständig machte und
seine Lösung für das hochsensible Berufsleben fand
Preis: 19.99 €
Bindung: Softcover
ISBN: 978-3-9817975-6-5

Rezension – Das Leben fällt, wohin es will von Petra Hülsmann

Rezension: Smoke – interessanter Genremix

carl`s books

amazon

In dem Buch »Smoke« von Dan Vyleta (carl`s books) geht es, wie der Titel schon sagt, um Menschen, die rauchen, wenn sie etwas Schlechtes oder Böses denken oder tun, bzw. wenn sie ihren Gefühlen freien Lauf lassen. Der beliebte Charlie und der eher unbeliebte Thomas lernen sich in einem Internat für Eliteschüler kennen. Als Gentleman werden sie dazu angehalten, darauf zu achten, dass möglichst wenig Rauch entsteht, was Thomas nicht gerade leicht fällt. Bei einem Schulausflug nach London machen sie so einige Entdeckungen, die an ihrem Weltbild rütteln. Seitdem fallen ihnen immer mehr sonderbare Dinge auf, über die gewisse Leute mehr zu wissen scheinen.

Das Cover ist meiner Meinung nach sehr gelungen. Es zeigt London als mysteriöse, geheimnisvolle Stadt. Der malerische Effekt erinnert einen direkt daran, dass es hier um Smoke, also Rauch geht. Die verschnörkelte Schrift hat einen 3D-Effekt, den man spüren kann.

Die Geschichte fängt sofort spannend an. Man wird in eine Art Prüfung reingeworfen und kommt direkt mit dem Rauch in Berührung. Bereits zu Anfang merkt man, dass Rauch nicht gleich Rauch ist. Keiner weiß, wo der Rauch herkommt, warum er plötzlich da war, was die verschiedenfarbigen Rauchschwaden zu bedeuten haben. Er ist hell oder farbig oder schwarz wie Ruß und ansteckend. Das hat mich direkt fasziniert und ich war genauso neugierig, wie die Protagonisten, mehr darüber herauszufinden.

Eigentlich ist der Rauch für Thomas und Charlie das natürlichste der Welt, doch nach dem Ausflug nach London ändert sich alles und wir begeben uns mit den beiden Freunden auf eine Reise, die Wahrheit zu erfahren.

Durch das mehr oder weniger bekannte Setting fällt es einem leicht in die Welt einzutauchen. Der Rauch führt die Menschen vor und offenbart ihr Innerstes. Jede einzelne Sünde und jeder Gedanke ist für alle offen einsehbar. Hier werden die Unterschiede in der Gesellschaft offensichtlich. Die einen halten sich so gut es geht zurück (manche mittels Tricks), anderen ist es egal, ob sie rauchen, noch andere suchen den Rauch und lassen sich davon zur Sünde verführen.

Der Autor wirft gesellschaftspolitische Themen auf und verknüpft Historisches mit Fantasy- und Gruselelementen, wobei man durchaus auch einige Krimiaspekte erkennen kann. Man wird selber dazu angehalten, darüber nachzudenken, was Gut und Böse ist, wann ein Gedanke oder eine Tat sündhaft ist.

Der Schreibstil war sehr interessant und hat mir ganz gut gefallen. Ausschweifend, beschreibend, umschreibend, bildhaft, detailreich. Der Autor schafft es mühelos dem Leser die düstere Zeit näherzubringen, in der Armut und Reichtum auseinanderklaffen und in seinen Extremen aufeinandertreffen. Hier braucht man nicht mehr viel Fantasie, sich die Welt vorzustellen, man muss nur den Ausführungen des Autors folgen. Die Perspektivwechsel, manchmal sogar von der dritten in die erste Person, sind sehr gut gelungen und mir hat es Spaß gemacht in verschieden Rollen zu schlüpfen.

Leider gab es auch einige Dinge, die mir nicht so gut gefallen haben.

Oft wurden Dinge beschrieben, die nur im Hintergrund passiert sind, was die Welt zwar plastischer macht, mich aber zu sehr von der eigentlichen Handlung abgelenkt haben. Manche Szenen in dieser Geschichte fand ich unnötig und verwirrend. Auch die gefühlte Zeit, die zwischen den Geschichten vergangen ist, war mir zu lang, was wohl auch an den vielen Beschreibungen lag. Manchmal hatte ich das Gefühl, ich lese und lese und ich komme einfach nicht weiter.

Die Protagonisten sind zwar ganz gut ausgearbeitet, sie kamen mir jedoch nicht so nahe, wie ich es mir gewünscht hätte. Mir fehlten die Dialoge und die Interaktion der Protagonisten untereinander. Auch die Dreiecksgeschichte fand ich überflüssig und nicht nachvollziehbar. Besonders gut hat mir wiederum gefallen, dass man die ganze Zeit nicht so genau weiß, wer eigentlich der Gute und wer der Böse ist.

Leider hat das Buch nicht das gehalten, was es mir versprochen hat. Durch den Klappentext habe ich ein völlig andere Geschichte erwartet. Ich hatte mir erhofft mehr über den Rauch zu erfahren, was jedoch bis zum Schluss nicht wirklich aufgelöst wird.

Alles in allem ist es eine sprachgewaltige und besondere Geschichte, die viele Fragen aufwirft, jedoch keine Lösungen bereit hält. Man muss sich darauf einlassen können. Das Buch ist für jeden, der sich die Welt gerne vom Autor beschreiben lässt und sich nicht von Nebensächlichkeiten ablenken lässt.

Das Buch wurde mir im Rahmen einer Leserunde von Lovelybooks zur Verfügung gestellt. Vielen Dank.

Rezension – Young Elites – Die Gemeinschaft der Dolche

Heute gibt es mal wieder eine Rezension. Es ist schon länger her, dass ich sie geschrieben habe, aber ich bin mir im Moment ziemlich unsicher, wie es hier weitergehen soll. Soll es weiter ein Designblog sein und ich schreibe auf einem anderen Blog Rezensionen oder ich lasse es, wie es ist und mische beides hier?

Jetzt stelle ich euch das neue Buch von Marie-Lu vor: Young Elites – Die Gemeinschaft der Dolche aus dem Loewe-Verlag.

young elites die Gemeinschaft der Dolche

Bildquelle: Loewe-Verlag

Loewe-Verlag
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Das Cover finde ich sehr gelungen. Mir gefällt besonders, dass es wirklich einen Aspekt der Geschichte wiederspiegelt, den man erst versteht, wenn man das Buch gelesen hat. Man möchte wissen, was es mit den weißen Haaren auf sich hat und warum ihr Gesicht von ihnen verdeckt wird.

Adelina ist eine der wenigen, die das Blutfieber überlebt hat, wurde aber durch ihre silbernen Haare als Malfetto gekennzeichnet. Die Malfettos werden von der restlichen Bevölkerung gefürchtet und gehasst und von der Inquisition verfolgt. Die Geschichte ist sehr rasant erzählt mit einem kleinen Durchhänger in der Mitte. Vor allem das Ende ist spannend. Der Schreibstil ist flüssig und hat mir persönlich äußerst gut gefallen. Die Welt, in der die Geschichte spielt, ist altertümlich. Eine Art Mittelalter mit Fantasyelementen. Leider wird nicht viel erklärt oder beschrieben. Es gibt anscheinend drei Monde und fliegende Rochen, mehr erfährt man nicht. Es wird insgesamt nicht viel erklärt von der Umgebung oder von Personenhintergründen. Meistens wird über Rückblenden aus Adelinas Leben erzählt. Über die anderen Charaktere erfährt man kaum etwas. Man wird stark im Dunkeln gelassen und kann nicht wirklich sagen, wer gut und wer böse ist. Jeder hat seine dunklen Seiten. Aber da es ja noch weitere Teile gibt, hoffe ich, dass da noch etwas mehr kommt. Adelina ist keine strahlende Heldin, wie in vielen anderen Geschichten, was mir sehr gut gefallen hat. Sie ist weder naiv, noch tolpatschig, dafür aber skeptisch und misstrauisch und auf der Suche nach Anerkennung. Sie will ihre düstere Seite kontrollieren, wird aber oft von ihr überrollt und beherrscht. Obwohl sie ein guter Mensch ist, tut sie viel Böses, was sie noch weiter von den anderen entfernt und in die Dunkelheit zerrt. Nur ihre tiefe Verbindung zu ihrer Schwester scheint sie noch an der Oberfläche zu halten. Die Klischees fehlen natürlich auch nicht und sie verliebt sich in den gefürchteten Schnitter und Anführer der Dolche. Zum Glück ist dies nicht zu kitschig und nur ein ganz kleiner Teil der Geschichte, der zum Ende eine besondere Wendung bekommt. Überhaupt diese Drehungen um 180-Grad haben mich sehr überrascht, waren aber nachvollziehbar und hätte man auch vorhersehen können. Insgesamt mochte ich die Geschichte, ich bin allerdings sehr neugierig auf mehr Informationen über die Charaktere und hoffe sehr, dass Marie-Lu im nächsten Teil ein bisschen mehr erzählt.

Das Buch wurde mir freundlicherweise von Lovelybooks zur Verfügung gestellt, so dass ich an der Leserunde teilnehmen konnte.