Rezension: Scythe – der Zorn der Gerechten

scythe - der Zorn der Gerechten cover

Bildquelle: S. Fischer Verlage

Das Buch “Scythe – Der Zorn der Gerechten“* wurde von Neal Shusterman geschrieben und ist im FISCHER Sauerländer Verlag erschienen. Mir wurde das E-Book freundlicherweise über NetGalley zur Verfügung gestellt.

Die Geschichte geht weiter. Wir wissen jetzt, wer den Kampf gewonnen hat. Citra hat ihren neuen Namen Scythe Anastasia gewählt und Rowan treibt als Scythe Lucifer sein Unwesen. Beide sind umstritten. Beiden wird nach dem Leben getrachtet. Auf Anastasia wird ein Mordanschlag verübt, wogegen Rowan vom ganzen Scythetum verfolgt wird, um angeklagt und hingerichtet bzw nachgelesen zu werden. Zudem teilt sich das Scythetum in zwei Lager. Die neue Ordnung, die Scythe Goddard als Vorbild haben, und nach dessen Art leben und nachlesen will, und die alte Ordnung. Es geht also brisant weiter.

Der zweite Teil schließt nahtlos an Teil 1 an. Zum Glück hatte ich letzteren erst vor Kurzem gelesen, sonst hätte ich wahrscheinlich ein paar Dinge noch mal nachlesen müssen, denn es gibt keinerlei Erklärungen, was bisher geschehen ist.

Die Bücher werden ja total gehypt und von allen abgöttisch geliebt. Ich bin da eher zwiegespalten. Insgesamt fand ich die Handlung ziemlich zäh und langgezogen. Das hat mich auch schon am ersten Teil gestört. Allerdings hat Neal Shusterman es echt drauf zu überraschen und Wendungen einzubauen, mit denen ich niemals gerechnet hätte. Das war einfach klasse. Die Handlung war auch nicht vorhersehbar, wie es in so vielen anderen Büchern der Fall ist. Genau deshalb freue ich mich auch schon auf den nächsten Teil. Ich muss einfach wissen, wie es weitergeht.

Es wird aus den Sichtweisen verschiedener neuer und bereits bekannter Charaktere erzählt. Die Handlungen verbinden sich teilweise miteinander und trennen sich wieder. Jeder hat sein eigenes Ziel, das er verfolgt und man weiß nicht, wohin das alles im Endeffekt führen wird. Werden sie sich wiedertreffen, gibt es neue Erkenntnisse oder wird alles im Sand versinken und das ganze Scythetum untergehen?

Was mir allerdings weiterhin fehlt, ist eine nachvollziehbare Entwicklung der Charaktere. Citra ist plötzlich eine weise und reife Persönlichkeit, wogegen Rowan zum blutrünstigen Rächer mutiert ist. Und die große Liebe, die beide füreinander empfinden, verstehe ich auch nicht. Für mich ist aus einer Konkurrenzbeziehung eine solide Freundschaft geworden.

Diesmal gibt es keine Tagebucheinträge der Scythe, stattdessen befinden sich am Ende der Kapitel die philosophischen Gedanken des Thunderhead. Mir haben die kurzen Unterbrechungen ganz gut gefallen – nochmal über alles nachdenken, darüber, wie sich die Welt entwickelt und wofür der Thunderhead erschaffen worden ist. Er wirkt wie ein allsehendes Auge, das alles sieht, und ab und zu mal nach eigenem Ermessen eingreift. Allerdings waren mir die Gedanken manchmal zu menschlich, aber wer weiß, vielleicht steht uns das ja demnächst bevor. Dieses Buch ist schließlich eine Zukunftsversion.

Diese Einträge haben allerdings bisher noch nichts mit der Handlung zu tun und laufen nur nebenher.

Fazit: Wie gesagt, ich bin zwiegespalten. Es gibt Längen, die es mir schwer gemacht haben, weiterzulesen. Aber die Wendungen sind einfach genial und unvorhersehbar. Ich muss unbedingt wissen, wie es ausgeht.

Ich dachte ja eigentlich, dass es nur eine Dilogie sein würde, allerdings gibt es wohl noch einen dritten Teil, denn der zweite Band endet mit einem fiesen Cliffhänger.

Titel: Scythe – Der Zorn der Gerechten
Preis: 16,99 € (ebook)  19,99 € (gebundene Ausgabe)
Seiten: 544 (gebundene Ausgabe)
ISBN: 978-3-737-35507-0

Amazon*
Fischer Sauerländer Verlag

 

Advertisements

Rezension: Iron Flowers – Die Rebellinnen von Tracy Banghart

Bildquelle: S.Fischer Verlag

Ich habe das Buch „Iron Flowers*“ von Tracy Banghart aus dem Sauerländer FISCHER Verlag bei einer Leserunde auf Lovelybooks gewonnen und mich sehr darüber gefreut, mitlesen zu dürfen. Vielen Dank

Serina und Nomi leben in einer Welt, die von Männern beherrscht wird. Frauen haben hier nichts zu sagen. Sie sollen entweder schön aussehen und brav dem Regenten als Grace zu Diensten sein, oder schuften sich in den Fabriken zu Tode. Sie haben keine Rechte, dürfen weder schreiben noch lesen lernen und schon gar keine Widerworte geben. Serina fügt sich ihrem Schicksal und soll zur Grace ausgewählt werden, ihre Schwester Nomi soll sie begleiten. Nomi könnte nicht gegensätzlicher sein. Sie ist wild und rebellisch und vor allen Dingen hasst sie es, dass sie nicht gleichgestellt ist mit den Männern. Und dann passiert das Unfassbare. Alles wird anders, als gedacht und die beiden Schwestern werden auseinandergerissen und jede von ihnen ist plötzlich in ihrem jeweils allergrößten Albtraum gefangen. Doch Aufgeben steht nicht zur Debatte.

Aufgabe: wo ich lese. Am liebsten vor dem Schlafengehen 🙂

Man fällt regelrecht in die Geschichte rein und ist am Anfang direkt bei einer wichtigen Entscheidung dabei. Leider bekommt man nicht wirklich mit, worum es geht, das wird erst nach und nach aufgeklärt.
Serina und Nomi brechen auf eine kurze Reise Richtung Palast auf. Serina hofft darauf, als Grace ausgewählt zu werden, und Nomi soll als ihre Dienerin bei ihr bleiben.

Leider bleibt das Dorf, in dem Nomi und Serina leben, sehr blass. Es wird zwar während der Geschichte immer mal wieder von dem Dorf gesprochen, aber ich konnte mir absolut nicht vorstellen, wie es da aussieht, weil das nie beschrieben wird. Es wird auch nicht erklärt, wie es um die Familien gestellt ist, die dort leben, oder wie Nomi, Serina und Renzo, ihr Bruder, dort aufgewachsen sind. Was haben sie den ganzen Tag gemacht? Was machen ihre Eltern?

Insgesamt bleibt die Welt, in der wir uns während der Geschichte befinden,  außen vor. Es wird erwähnt, dass es ärmere und reichere Gebiete gibt, aber das meiste spielt sich im Schloss und auf der Insel des Verderbens ab.

Und auch die Charaktere bleiben dadurch sehr blass. Für mich hatten Nomi und Serina irgendwie keine richtige Vergangenheit und das hat mir sehr gefehlt. Ebenso die anderen Charaktere. Malis, Ines, Cassia und vor allem Malachi und Asa. Irgendwie leben alle im Hier und Jetzt und geben kaum etwas von sich preis. Es gibt nur ein paar Andeutungen, die hoffentlich in den nächsten Teilen aufgelöst werden.

Serina war mir von Anfang an unsympathisch und das blieb auch leider das ganze Buch über so, obwohl sie sich am Ende zu einer Rebellin entwickelt. Dies war aber so vorhersehbar, dass ich es wohl irgendwie langweilig fand. Die Geschichte wird durchgehend in der dritten Person und abwechselnd aus Sicht von Nomi und Serina erzählt. Nomis Kapitel haben mir dabei viel besser gefallen.

Mir gefiel, wie rebellisch sie ist und wie sie versucht hat, alles zu tun, um sich und ihre Schwester zu retten, auch wenn sie manchmal falsche Entscheidungen getroffen hat, fügt sie sich nicht ihrem Schicksal. Leider ist sie am Ende nicht mehr so rebellisch und selbstbewusst, wie am Anfang, was mich sehr enttäuscht hat. Warum ist sie plötzlich so vertrauensselig? Wo ist ihr wacher Verstand geblieben? Ich habe die ganze Zeit darauf gehofft, dass sie ihren Misstrauen wiederfindet und wieder zu der starken Persönlichkeit wird, die sie am Anfang war.

Was mir besonders gut gefallen hat, ist, dass die beiden Schwestern, so unterschiedlich sie auch sind, alles tun, um die jeweils andere zu retten. Familie ist ihnen besonders wichtig.

Wie gesagt, die anderen Charaktere bleiben sehr blass. Es wird angedeutet, dass sie so einiges zu erzählen haben, aber das wird hier völlig außen vor gelassen. Schade.

Es gab noch einige andere Stellen, an denen bei mir Fragen aufgekommen sind, und die ich irgendwie unlogisch fand, aber vielleicht wird das ja auch erst im nächsten Teil aufgeklärt?

Der Schreibstil von Tracy Banghart ist sehr einfach gehalten und gut und flüssig lesbar. Das Buch richtet sich an Jugendliche und das merkt man dem Schreibstil an. Die Kapitel sind kurz und enden immer mit einem Mini-Cliffhänger, so dass man kaum erwarten kann weiterzulesen.

Das Cover ist zwar interessant und anscheinend sehr beliebt, aber ich persönlich finde es irgendwie seltsam. Das Gesicht wirkt verzerrt, das Auge zu groß, das Kinn zu schmal, die Perspektive ist irgendwie komisch, aber das ist wohl künstlerische Freiheit 🙂 (könnte aber auch daran liegen, dass ich das als Illustratorin mit einem besonders kritischen Auge sehe)

Fazit: Trotz meiner ganzen Kritik, gefiel mir die Geschichte im Großen und Ganzen recht gut. Es steckt noch jede Menge Potenzial in der Story und ich freue mich sehr auf den nächsten Teil. Ich werde also definitiv weiterlesen 🙂

Titel: Iron Flowers – Die Rebellinnen
Preis: 14,99 € (ebook)  16,99 € (gebundene Ausgabe)
Seiten: 384 (gebundene Ausgabe)
ISBN: 978-3-737-355421

Amazon*
Fischer Sauerländer Verlag

 

Rezension – Evolution – Teil 2 und Teil 3

Schon wieder 2 Wochen vorbei. Eigentlich sollte die Rezension früher kommen, aber das Jahr hat so angefangen, wie es geendet hat: stressig. In der ersten Woche habe ich ein Projekt beendet, das noch geheim ist, und in der zweiten Woche war ich auf der Heimtextil in Frankfurt.

Aber eigentlich soll es ja um die Rezension geshen:

Evolution –  der Turm der Gefangenen (Teil 2)*

Evolution – die Quelle des Lebens (Teil 3)*

zur Rezension von Teil 1 geht es hier entlang

Die Bücher sind ursprünglich im Arena Verlag erschienen und wurden von Thomas Thiemeyer geschrieben.

Nach einem Flugzeugabsturz erwachen die Passagiere in einem Amerika, das so ganz anders aussieht, als es aussehen sollte. Alles ist verlassen und mit Pflanzen überwuchert.

Ein paar Jugendliche schließen sich zusammen und versuchen herauszufinden, was passiert ist. Auf ihrem Weg begegnen ihnen schreckliche Dinge und sie sind Gefahren ausgesetzt, die sie sich in ihrer alten Welt kaum vorstellen konnten.

Ich habe den zweiten und auch den dritten Teil als Hörbuch gehört, erschienen im Rubikon Audio-Verlahgelesen von Mark Bremer. Besonders gut hat mir gefallen, dass es zu Beginn immer eine kleine Einführung gibt. In wenigen Worten wird erzählt, was im letzten Band passiert ist. Eine super Idee. Man weiß sofort wieder, wo man ist. Sehr hilfreich, wenn man die drei Bücher nicht hintereinander liest. 🙂

Der Schreibstil ist schlich und einfach gehalten, was mir sehr gut gefallen hat. Die Vorlieben des Autors (er hat Geologie und Geographie studiert) werden schnell klar. Es geht um die Entwicklung des Lebens, die Grausamkeit und der Egoismus der Menschen. Es gibt einige technische Begriffe, die aber gut und verständlich erklärt werden

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven jeweils aus der dritten Person erzählt. Die Perspektivwechsel sind sehr gut gelungen, was ich persönlich als besonders wichtig empfinde. Man weiß sofort, wer da spricht, was den Lesefluss nicht ins Stocken geraten lässt. Natürlich hat man dadurch nicht so viel Einblick in die Gefühlswelt der Charaktere, was mir aber nicht gefehlt hat. Die Charaktere sind insgesamt leider eher stereotypisch gehalten. Man erfährt kaum etwas über sie, was wirklich schade ist. Sie scheinen eine Vergangenheit zu haben, denn ab und zu werden Details erwähnt, aber es kommt nie wirklich zur Sprache. Das fehlt irgendwie. Auch die extreme Wandlung einiger Charaktere fand ich nicht so toll, z.B Marek, der sich in jedem Band komplett anders verhält. Und die angedeutete Verliebtheit zwischen manchen Personen hat mich öfters die Augen verdrehen lassen. Gerade in dieser Geschichte fand ich das eigentlich überflüssig.

Insgesamt stehen die Konflikte und Beziehungen der Charaktere innerhalb der Gruppe im Vordergrund. Sie werden auf die Probe gestellt, müssen einander vertrauen und versuchen, sich gemeinsam gegen äußere Einflüsse zur Wehr zu setzen und durchzuhalten.

Ich hatte ein Problem mit der Sprache der Charaktere. Obwohl zwischen den Jugendlichen einige Jahrhunderte liegen, ist der einzige Unterschied, dass sie technisch nicht auf dem gleichen Stand sind. Sie sprechen gleich, sie benehmen sich gleich. Das fand ich total irritierend.

Und auch die Ereignisse an manchen Stellen kamen mir eher unwahrscheinlich vor und sehr weit hergeholt. Leider gab es auch einige Logiklöcher. Die Jugendlich sind technisch so versiert und können alles händeln, was ihnen in den Weg kommt. Mir haben einfach zu oft logische Erklärungen gefehlt. Gerade der dritte Band hat einiges zu bieten, was ich als übertrieben oder unlogisch empfand.

Insgesamt wird die Reihe (wie es leider öfter der Fall ist) mit jedem Band schlechter. Dennoch mag ich das Thema und finde die Idee interessant, dass die Natur sich die Zerstörungswut der Menschen nicht gefallen lässt, sondern irgendwann mal zurückschlagen könnte.

 

Titel: Evolution – Ter Turm der Gefangenen
Preis: 13,99 € (ebook) 16,99 € (gebundene Ausgabe)
Seiten: 376 (gebundene Ausgabe)
ISBN: 978-3-401-601687
Titel: Evolution – Die Quelle des Lebens
Preis: 14,99 € (ebook) 17,99 € (gebundene Ausgabe)
Seiten: 416 (gebundene Ausgabe)
ISBN: 978-3-401-601694

 

Rezension Evolution – Die Stadt der Überlebenden

Es tut mir leid, dass in letzter Zeit mehr Rezensionen als Illustrationen kommen. Aber es laufen einige Dinge im Hintergrund, die viel Zeit brauchen. Aus diesem Grund kann ich wenig darüber berichten, möchte aber auch nicht, dass dieser Blog einschläft. Ich versuche demnächst mal ein paar meiner Skizzen zu veröffentlichen, die nicht zu viel von den Projekten freigeben. Ansonsten bin ich immer noch hin- und hergerissen, ob ich die Buchrezensionen weiterhin hier veröffenlichen soll. Aber andererseits sind Bücher nun mal ein Teil meiner Arbeit und ich möchte darüber reden bzw. schreiben. Die Gedanken kreisen und ich hoffe, ich komme bald mal zu einer Lösung.
Es ist schon einige Zeit her, dass ich das folgende Buch gelesen habe, und hier kommt endlich die Rezension:
Cover Thomas Thiemeyer Evolution

Bildquelle: Arena-Verlag

In dem Buch Evolution – Stadt der Überlebenden von Thomas Thiemeyer, das im Arena-Verlag erschienen ist, geht es um Jem und Lucie, die eigentlich an einem Schüleraustausch in den USA teilnehmen wollten. Ihr Flugzeug kommt allerdings in Turbulenzen und als sie am Denver Airport notlanden, müssen sie feststellen, dass nichts so ist, wie es sein sollte. Alles ist kaputt, verlassen und mit Pflanzen überwuchert. Einige Jugendliche und nur wenige Erwachsene machen sich auf, um mehr darüber zu erfahren, wo sie sind, was passiert und ist und vor allem, wie sie wieder wegkommen. Denn diese Welt ist gefährlicher als sie aussieht. Sogar die Tiere scheinen sich gegen sie verschworen zu haben und greifen die Gestrandeten immer wieder gemeinsam an. Was ist bloß geschehen? Kann es wirklich sein, dass sie 200 Jahre in der Zukunft gelandet sind?
 
Mir hat sehr gut gefallen, dass Lucie und Jem nicht die 0815-Protagonisten sind, was bei den anderen allerdings umso mehr der Fall war. Auch, dass Lucie durch ihre Krankheit einen Vorteil gegenüber den anderen besitzt, fand ich einen tollen Aspekt. Die Charaktere sind ansonsten etwas blass, man kann sich aber gut in sie hineinversetzen. Die Personen kennen sich alle nicht, sind nur durch Tatsache miteinander verbunden, dass sie zusammen im Flugzeug saßen. Sie versuchen sich zusammenzureißen und die Situation zu meistern, was ab und an zu Streitigkeiten führt.  Manchmal würde man sie allerdings am liebsten mal schütteln, um sie wieder auf den rechten Weg zu bringen.
Obwohl ich Roboter nicht besonders mag, kann ich verstehen, dass sie in einer Zukunftsversion unserer Welt wohl nicht fehlen dürfen. „Rodrick“ war mir sogar sehr sympathisch, wenn man bedenkt, dass es nur eine Maschine ist und hat mich leicht an R2-D2 erinnert.
Die Geschichte wird abwechselnd aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, vor allem aber aus Jems und Lucies Sicht. Der Wechsel ist gut gelungen und hat mich kaum aus dem Lesefluss rausgerissen. Überhaupt ist der Schreibstil leicht und flüssig und hat mir sehr gut gefallen.
Als ich von dem Buch gehört habe, habe ich gedacht, das ist genau meins, das muss ich lesen. Allerdings habe ich etwas ganz anderes erwartet, als es dann war und das hat meine anfängliche Euphorie sehr absinken lassen. Dennoch hat mir die Geschichte ganz gut gefallen, auch wenn mich der Anfang sehr an Stephen Kings „Langoliers“ erinnert hat und mir ab und zu das gewisse Etwas und die Spannung gefehlt hat.
Mittlerweile mag ich generell solche Geschichten mit verschiedenen Zukunftsvisionen und kann mir auch gut vorstellen, dass sich die Natur auf die eine oder andere Weise das wieder zurückholt, was die Menschen sich genommen haben.
Allerdings gab es auch in der Geschichte einige Sachen die ich merkwürdig fand, z.B. dass sich schlussendlich nur ein paar Jugendliche auf den Weg machen, um mehr darüber herauszufinden, wo sie gelandet sind. Erwachsene tauchen nur kurz auf. Außerdem hatte ich oft das Gefühl, dass ich wusste, was passieren würde, und die Charaktere doch sehr lange brauchten, um darauf zu kommen. Auch das Ende hat mir nicht so gut gefallen, weil ich einfach andere Erwartungen hatte oder ich mir eine andere Entwicklung für unsere Erde in 200 Jahren wünschen würde. (das ist natürlich sehr subjektiv.)
Im Großen und Ganzen hat mir die Geschichte gut gefallen, die Spannung baut sich an manchen Stellen nur langsam auf, man möchte aber doch gerne weiterlesen, weil man mehr über die Welt erfahren möchte, und was dort passiert ist. Einige Wendungen waren unerwartet und es gab auch Stellen, die mich leicht geschockt haben, weil ich sie in einem Jugendbuch nicht erwartet hätte.
 
Das Cover (von Jann Kernke illustriert) gefällt mir außerordentlich gut. Die Perspektive ist absolut genial. Man schaut von oben herab auf das Geschehen und fühlt sich gleichzeitig, als wäre man mittendrin.
Ein weiterer Aspekt, der mich persönlich sehr angesprochen hat, ist, dass Thomas Thiemeyer Illustrator ist und somit ein Kollege.  Auf seiner Website findet man sowohl Informationen über ihn als Autor als auch ein paar Illustrationen. Zudem betreibt er einen Youtube -Kanal, auf dem noch ein paar Hintergrundinformationen offenbart werden.
Der zweite Teil von Evolution – der Turm der Gefangenen und auch der dritte Teil Evolution – die Quelle des Lebens sind bereits erschienen.