Rezension – Evolution – Teil 2 und Teil 3

Schon wieder 2 Wochen vorbei. Eigentlich sollte die Rezension früher kommen, aber das Jahr hat so angefangen, wie es geendet hat: stressig. In der ersten Woche habe ich ein Projekt beendet, das noch geheim ist, und in der zweiten Woche war ich auf der Heimtextil in Frankfurt.

Aber eigentlich soll es ja um die Rezension geshen:

Evolution –  der Turm der Gefangenen (Teil 2)*

Evolution – die Quelle des Lebens (Teil 3)*

zur Rezension von Teil 1 geht es hier entlang

Die Bücher sind ursprünglich im Arena Verlag erschienen und wurden von Thomas Thiemeyer geschrieben.

Nach einem Flugzeugabsturz erwachen die Passagiere in einem Amerika, das so ganz anders aussieht, als es aussehen sollte. Alles ist verlassen und mit Pflanzen überwuchert.

Ein paar Jugendliche schließen sich zusammen und versuchen herauszufinden, was passiert ist. Auf ihrem Weg begegnen ihnen schreckliche Dinge und sie sind Gefahren ausgesetzt, die sie sich in ihrer alten Welt kaum vorstellen konnten.

Ich habe den zweiten und auch den dritten Teil als Hörbuch gehört, erschienen im Rubikon Audio-Verlahgelesen von Mark Bremer. Besonders gut hat mir gefallen, dass es zu Beginn immer eine kleine Einführung gibt. In wenigen Worten wird erzählt, was im letzten Band passiert ist. Eine super Idee. Man weiß sofort wieder, wo man ist. Sehr hilfreich, wenn man die drei Bücher nicht hintereinander liest. 🙂

Der Schreibstil ist schlich und einfach gehalten, was mir sehr gut gefallen hat. Die Vorlieben des Autors (er hat Geologie und Geographie studiert) werden schnell klar. Es geht um die Entwicklung des Lebens, die Grausamkeit und der Egoismus der Menschen. Es gibt einige technische Begriffe, die aber gut und verständlich erklärt werden

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven jeweils aus der dritten Person erzählt. Die Perspektivwechsel sind sehr gut gelungen, was ich persönlich als besonders wichtig empfinde. Man weiß sofort, wer da spricht, was den Lesefluss nicht ins Stocken geraten lässt. Natürlich hat man dadurch nicht so viel Einblick in die Gefühlswelt der Charaktere, was mir aber nicht gefehlt hat. Die Charaktere sind insgesamt leider eher stereotypisch gehalten. Man erfährt kaum etwas über sie, was wirklich schade ist. Sie scheinen eine Vergangenheit zu haben, denn ab und zu werden Details erwähnt, aber es kommt nie wirklich zur Sprache. Das fehlt irgendwie. Auch die extreme Wandlung einiger Charaktere fand ich nicht so toll, z.B Marek, der sich in jedem Band komplett anders verhält. Und die angedeutete Verliebtheit zwischen manchen Personen hat mich öfters die Augen verdrehen lassen. Gerade in dieser Geschichte fand ich das eigentlich überflüssig.

Insgesamt stehen die Konflikte und Beziehungen der Charaktere innerhalb der Gruppe im Vordergrund. Sie werden auf die Probe gestellt, müssen einander vertrauen und versuchen, sich gemeinsam gegen äußere Einflüsse zur Wehr zu setzen und durchzuhalten.

Ich hatte ein Problem mit der Sprache der Charaktere. Obwohl zwischen den Jugendlichen einige Jahrhunderte liegen, ist der einzige Unterschied, dass sie technisch nicht auf dem gleichen Stand sind. Sie sprechen gleich, sie benehmen sich gleich. Das fand ich total irritierend.

Und auch die Ereignisse an manchen Stellen kamen mir eher unwahrscheinlich vor und sehr weit hergeholt. Leider gab es auch einige Logiklöcher. Die Jugendlich sind technisch so versiert und können alles händeln, was ihnen in den Weg kommt. Mir haben einfach zu oft logische Erklärungen gefehlt. Gerade der dritte Band hat einiges zu bieten, was ich als übertrieben oder unlogisch empfand.

Insgesamt wird die Reihe (wie es leider öfter der Fall ist) mit jedem Band schlechter. Dennoch mag ich das Thema und finde die Idee interessant, dass die Natur sich die Zerstörungswut der Menschen nicht gefallen lässt, sondern irgendwann mal zurückschlagen könnte.

 

Titel: Evolution – Ter Turm der Gefangenen
Preis: 13,99 € (ebook) 16,99 € (gebundene Ausgabe)
Seiten: 376 (gebundene Ausgabe)
ISBN: 978-3-401-601687
Titel: Evolution – Die Quelle des Lebens
Preis: 14,99 € (ebook) 17,99 € (gebundene Ausgabe)
Seiten: 416 (gebundene Ausgabe)
ISBN: 978-3-401-601694

 

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Rezension Evolution – Die Stadt der Überlebenden

Es tut mir leid, dass in letzter Zeit mehr Rezensionen als Illustrationen kommen. Aber es laufen einige Dinge im Hintergrund, die viel Zeit brauchen. Aus diesem Grund kann ich wenig darüber berichten, möchte aber auch nicht, dass dieser Blog einschläft. Ich versuche demnächst mal ein paar meiner Skizzen zu veröffentlichen, die nicht zu viel von den Projekten freigeben. Ansonsten bin ich immer noch hin- und hergerissen, ob ich die Buchrezensionen weiterhin hier veröffenlichen soll. Aber andererseits sind Bücher nun mal ein Teil meiner Arbeit und ich möchte darüber reden bzw. schreiben. Die Gedanken kreisen und ich hoffe, ich komme bald mal zu einer Lösung.
Es ist schon einige Zeit her, dass ich das folgende Buch gelesen habe, und hier kommt endlich die Rezension:
Cover Thomas Thiemeyer Evolution

Bildquelle: Arena-Verlag

In dem Buch Evolution – Stadt der Überlebenden von Thomas Thiemeyer, das im Arena-Verlag erschienen ist, geht es um Jem und Lucie, die eigentlich an einem Schüleraustausch in den USA teilnehmen wollten. Ihr Flugzeug kommt allerdings in Turbulenzen und als sie am Denver Airport notlanden, müssen sie feststellen, dass nichts so ist, wie es sein sollte. Alles ist kaputt, verlassen und mit Pflanzen überwuchert. Einige Jugendliche und nur wenige Erwachsene machen sich auf, um mehr darüber zu erfahren, wo sie sind, was passiert und ist und vor allem, wie sie wieder wegkommen. Denn diese Welt ist gefährlicher als sie aussieht. Sogar die Tiere scheinen sich gegen sie verschworen zu haben und greifen die Gestrandeten immer wieder gemeinsam an. Was ist bloß geschehen? Kann es wirklich sein, dass sie 200 Jahre in der Zukunft gelandet sind?
 
Mir hat sehr gut gefallen, dass Lucie und Jem nicht die 0815-Protagonisten sind, was bei den anderen allerdings umso mehr der Fall war. Auch, dass Lucie durch ihre Krankheit einen Vorteil gegenüber den anderen besitzt, fand ich einen tollen Aspekt. Die Charaktere sind ansonsten etwas blass, man kann sich aber gut in sie hineinversetzen. Die Personen kennen sich alle nicht, sind nur durch Tatsache miteinander verbunden, dass sie zusammen im Flugzeug saßen. Sie versuchen sich zusammenzureißen und die Situation zu meistern, was ab und an zu Streitigkeiten führt.  Manchmal würde man sie allerdings am liebsten mal schütteln, um sie wieder auf den rechten Weg zu bringen.
Obwohl ich Roboter nicht besonders mag, kann ich verstehen, dass sie in einer Zukunftsversion unserer Welt wohl nicht fehlen dürfen. „Rodrick“ war mir sogar sehr sympathisch, wenn man bedenkt, dass es nur eine Maschine ist und hat mich leicht an R2-D2 erinnert.
Die Geschichte wird abwechselnd aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, vor allem aber aus Jems und Lucies Sicht. Der Wechsel ist gut gelungen und hat mich kaum aus dem Lesefluss rausgerissen. Überhaupt ist der Schreibstil leicht und flüssig und hat mir sehr gut gefallen.
Als ich von dem Buch gehört habe, habe ich gedacht, das ist genau meins, das muss ich lesen. Allerdings habe ich etwas ganz anderes erwartet, als es dann war und das hat meine anfängliche Euphorie sehr absinken lassen. Dennoch hat mir die Geschichte ganz gut gefallen, auch wenn mich der Anfang sehr an Stephen Kings „Langoliers“ erinnert hat und mir ab und zu das gewisse Etwas und die Spannung gefehlt hat.
Mittlerweile mag ich generell solche Geschichten mit verschiedenen Zukunftsvisionen und kann mir auch gut vorstellen, dass sich die Natur auf die eine oder andere Weise das wieder zurückholt, was die Menschen sich genommen haben.
Allerdings gab es auch in der Geschichte einige Sachen die ich merkwürdig fand, z.B. dass sich schlussendlich nur ein paar Jugendliche auf den Weg machen, um mehr darüber herauszufinden, wo sie gelandet sind. Erwachsene tauchen nur kurz auf. Außerdem hatte ich oft das Gefühl, dass ich wusste, was passieren würde, und die Charaktere doch sehr lange brauchten, um darauf zu kommen. Auch das Ende hat mir nicht so gut gefallen, weil ich einfach andere Erwartungen hatte oder ich mir eine andere Entwicklung für unsere Erde in 200 Jahren wünschen würde. (das ist natürlich sehr subjektiv.)
Im Großen und Ganzen hat mir die Geschichte gut gefallen, die Spannung baut sich an manchen Stellen nur langsam auf, man möchte aber doch gerne weiterlesen, weil man mehr über die Welt erfahren möchte, und was dort passiert ist. Einige Wendungen waren unerwartet und es gab auch Stellen, die mich leicht geschockt haben, weil ich sie in einem Jugendbuch nicht erwartet hätte.
 
Das Cover (von Jann Kernke illustriert) gefällt mir außerordentlich gut. Die Perspektive ist absolut genial. Man schaut von oben herab auf das Geschehen und fühlt sich gleichzeitig, als wäre man mittendrin.
Ein weiterer Aspekt, der mich persönlich sehr angesprochen hat, ist, dass Thomas Thiemeyer Illustrator ist und somit ein Kollege.  Auf seiner Website findet man sowohl Informationen über ihn als Autor als auch ein paar Illustrationen. Zudem betreibt er einen Youtube -Kanal, auf dem noch ein paar Hintergrundinformationen offenbart werden.
Der zweite Teil von Evolution – der Turm der Gefangenen und auch der dritte Teil Evolution – die Quelle des Lebens sind bereits erschienen.