Rezension: Wenn’s einfach wär, würd’s jeder machen – Petra Hülsmann

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petra Hülsmann cover

Bildquelle: Bastei Lübbe Verlag

Das Buch “Wenn’s einfach wär, würd’s jeder machen“* wurde von Petra Hülsmann geschrieben und ist im Bastei Lübbe Verlag erschienen. Mir wurde das E-Book freundlicherweise über NetGalley zur Verfügung gestellt.

Ich lese die Bücher von Petra Hülsmann sehr gerne. Und habe mich natürlich sehr auf das Neuste von ihr gefreut »Wenn`s einfach wär, würd`s jeder machen.«

Es geht um Annika, die an einer Eliteschule unterrichtet. Sie ist total zufrieden, liebt ihre Schüler und ihre Schüler lieben sie. Plötzlich bricht die Welt für sie zusammen und sie wird an die Astrid-Lindgren Schule versetzt, eine Schule in eim Problembezirk liegt. Sie ist am Boden zerstört und tut alles dafür, um wieder zurück zu ihrer alten Schule gehen zu können. Sie setzt sich in den Kopf, ein Musical auf die Beine zu stellen und will damit einen Preis gewinnen. Dafür braucht sie die Hilfe ihres alten Schulkameraden Tristan und wirbelt damit einen Teil ihrer Vergangenheit wieder auf, die sie eigentlich hinter sich lassen wollte. Und da ist auch noch ihr Nachbar Sebastian, der in ihr ganz besondere Gefühle auslöst.

Leider hat mich der ganze Plot extrem an den Film »Fack yu Göthe« erinnert, was ich unglaublich schade fand. Eine Lehrerin muss an eine Schule im Brennpunkt, dort gibt es nur Schüler mit Namen wie Heaven-Tanita oder Meikel, Kinder mit Migrationshintergrund oder aus schlimmen Familien, und sie stellen dann ein Musical auf die Beine. Wenn es kein Buch von Petra Hülsmann wäre, dann hätte ich es wahrscheinlich direkt abgebrochen.

Zum Glück ändert sich das irgendwann und die Geschichte wird eigenständig.

Leider hatte ich so meine Probleme mit den Charakteren. Annika ist echt naiv und nervig. Es passieren Dinge, bei denen ich jedes Mal die Augen rollen musste.

 

Spoiler

Annika brennt die Küche in ihrer WG ab, merkt es selber gar nicht und muss gerettet werden. Das Ganze hat auch keine großen Konsequenzen.

Auch ihr Umgang mit Tristan, in den sie mit 16 Jahren total verliebt war, hat mich genervt. Was für eine Überraschung, als sie plötzlich merkt, dass sie doch nicht zusammen passen, nachdem sie ihn die ganze Zeit so sehr anhimmelt, dass selbst die Schüler es merken.

Ihre WG-Mitbewohnerin ist da ganz anders. Obwohl sie sich nicht verlieben will, tut sie es doch und zwar in ihren Arbeitskollegen Tobi. Sie redet das ganze Buch über von ihm und dann ist es einfach aus und das war`s. Irgendwie hat mir da was gefehlt.

Spoiler Ende

Irgendwie fehlte mir auch die Liebesgeschichte, weil ich irgendwie die ganze Zeit wusste, wie es ausgeht.

Das Beste an diesem Buch ist Petra Hülsmanns flüssiger und toller Schreibstil. Mir gefällt ihr Humor. Man taucht in die Geschichte ein und kann nicht aufhören zu lesen.

Und natürlich habe ich mich wieder sehr über Knuts Auftritt gefreut. Ich mag, dass das Buch in Hamburg spielt, und dass man das Gefühl hat, jeden Ort nachgehen zu können.

Trotz der vielen Übertreibungen und dem seltsamen Verhalten von manchen Figuren hat mich das Buch ganz gut unterhalten. Vor allem in der zweiten Hälfte des Buches.

Titel: Wenn`s einfach wär, würd`s jeder machen
Preis: 8,99 € (ebook)  11,00 € (Taschenbuch)
Seiten: 576 (gebundene Ausgabe)
ISBN: 978-3-404-7690-8

Amazon*

Bastei Lübbe Verlag

 

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Neu im Bücherregal

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Da es hier sehr ruhig geworden ist in letzter Zeit, gibt es jetzt mal eine Übersicht, was neu eingezogen ist in meinem (virtuellen) Bücherregal, und was ich gerade lese.

Wenn`s einfach wär, würd`s jeder machen“ von Petra Hülsmann

petra Hülsmann cover

Bildquelle: Bastei-Lübbe Verlag

Damit hatte die beliebte Musiklehrerin Annika nicht gerechnet: Aus heiterem Himmel wird sie von ihrer Traumschule im Hamburger Elbvorort an eine Albtraumschule im absoluten Problembezirk versetzt. Nicht nur, dass die Schüler dort mehr an YouTube als an Hausaufgaben interessiert sind – die Musical-AG, die Annika gründet, stellt sich auch noch als völlig talentfrei heraus. Aber wenn’s einfach wär, würd’s schließlich jeder machen. Annika gibt nicht auf und wendet sich hilfesuchend an Tristan, ihre erste große Liebe und inzwischen Regisseur. Von nun an spielt sich das Theater jedoch mehr vor als auf der Bühne ab, und das Chaos geht erst richtig los.

Ich bin ein großer Fan von Petra Hülsmann und habe auch ihre vorherigen Bücher alle sehr gerne gelesen und manche auch zweimal. Ich liebe ihren Schreibstil. Ich mag sehr, dass die Geschichten immer in Hamburg spielen, und freue mich bei jedem Buch darauf, Knut wiederzubegegnen, der immer einen guten Ratschlag zur Hand hat. Die Geschichten sind aus dem Leben gegriffen und kommen ohne unnötiges Drama aus. (netgalley)

 

Gebrauchsanweisung für Island“ von Kristof Magnusson (Piper Verlag)

Island Gebrauchsanweisung cover

Bildquelle: Piper Verlag

Trolle und Elfen, heiße Quellen und Vulkane, die ganz Europa lahmlegen: Der halb deutsche, halb isländische Schriftsteller Kristof Magnusson zeigt uns das sagenhafte Island wie das alltägliche – das jüngste Land der Erde, das vom Erdbeben bis zur Finanzkrise keinen Unfug auslässt. Er kennt das Sterben der Fischerdörfer und die Landflucht, nimmt uns mit in Nationalparks und zu Sommerfestivals, bei denen die Isländer in Scharen zelten. Er verrät, wie das Nachtleben in Reykjavík und wie die isländische Schwimmbadkultur funktioniert. Warum hier jeder zwei Jobs hat und wie die Banken größer werden konnten als der Staat. Weshalb die Sagas für die isländische Kultur immer noch so wichtig sind. Und was es mit der »Kochtopfrevolution« auf sich hat.

Ich bin erst am Anfang. Das Buch ist keins für Zwischendurch. Es geht viel um die Geschichte Islands, die ich total interessant und spannend finde, was sich aber auch nicht einfach schnell weglesen lässt. Ich brauche dafür schon ein gewisses Maß an Konzentration, um auch kein Detail zu verpassen. Island ist definitiv ein Reiseziel, wo ich unbedingt mal hinwill. (netgalley)

 

Das Atelier in Paris“ von Guillaume Musso (Pendo Verlag)

Bildquelle: Pendo Verlag

Ein abgelegenes kleines Atelier am Ende einer Allee, mitten in Paris: Hier hat sich die Londoner Polizistin Madeline eingemietet, um eine Weile abzuschalten. Doch plötzlich sieht sie sich Gaspard gegenüber, einem mürrischen amerikanischen Schriftsteller. Offenbar gab es einen Irrtum, denn auch er hat das Atelier gemietet, um in Ruhe schreiben zu können. Der Ärger legt sich, als die beiden erkennen, an welch besonderen Ort sie geraten sind. Das Atelier gehörte einst einem gefeierten Maler, von dem aber nur noch drei Gemälde existieren sollen – alle drei verschollen und unermesslich wertvoll. Als sie sich gemeinsam auf die Suche nach den Bildern begeben, wird ihnen schnell klar, dass den Maler ein grausames Geheimnis umgibt …
Für Madeline und Gaspard beginnt eine spannende Jagd, die sie von Paris nach New York führt und sie nicht nur mit ungeahnten menschlichen Abgründen, sondern auch mit ihren eigenen Dämonen konfrontiert.

Das E-Book ist auch neu bei mir eingezogen und ich bin total gespannt darauf. Ich liebe den Schreibstil von Musso. Und das Cover ist ja wohl der absolute Hammer. (netgalley)

 

One of us is lying“ von  Karen McManus (Penguin)

one of us is lying cover

Bildquelle: Penguin

Five students go to detention. Only four leave alive.
Yale hopeful Bronwyn has never publicly broken a rule.
Sports star Cooper only knows what he’s doing in the baseball diamond.
Bad boy Nate is one misstep away from a life of crime.
Prom queen Addy is holding together the cracks in her perfect life.
And outsider Simon, creator of the notorious gossip app at Bayview High, won’t ever talk about any of them again.
He dies 24 hours before he could post their deepest secrets online. Investigators conclude it’s no accident. All of them are suspects.
Everyone has secrets, right?
What really matters is how far you’ll go to protect them.

Das Buch habe ich mir für den Urlaub besorgt. Es ist zur Abwechslung mal auf Englisch. Es ist leicht zu verstehen, allerdings bin ich hier auch noch nicht sehr weit.

 

Zu guter Letzt lese ich noch „Ein Sommer in den Hamptons“ Karen Swan (Goldmann)

ein Sommer in den Hamptons Cover

Bildquelle: Goldmann

Eine zufällige Hochzeitsbekanntschaft schenkt Rowena einen magischen Sommer in den Hamptons …
Die Hamptons – hier verbringen die Reichen und Schönen Manhattans ihre Sommer, voller sonnensatter Tage, weißer Strände und exklusiver Partys im goldenen Abendlicht. Eine glamouröse Gesellschaft, in die die Fotografin Rowena Tipton eher aus Versehen hineinstolpert: Nachdem ihr Freund sich sang- und klanglos auf einen Selbstfindungstrip nach Asien verabschiedet hat, wird sie von einem flüchtigen Bekannten in sein Haus in den Hamptons eingeladen. Spontan sagt Rowena zu, und ein aufregender, nie enden wollender Sommer beginnt …

Es ist ein sehr sehr ruhiger Liebesroman. Obwohl ich schon über hundert Seiten gelesen habe, ist gefühlt noch nichts passiert. Mal sehen, was noch kommt und ob der Roman mich noch mitreißen kann. (Bloggerportal)

 

Die Rezensionen folgen natürlich.

Kennt ihr eins der Bücher oder habt ihr eins davon gelesen?

Rezension: Iron Flowers – Die Rebellinnen von Tracy Banghart

Bildquelle: S.Fischer Verlag

Ich habe das Buch „Iron Flowers*“ von Tracy Banghart aus dem Sauerländer FISCHER Verlag bei einer Leserunde auf Lovelybooks gewonnen und mich sehr darüber gefreut, mitlesen zu dürfen. Vielen Dank

Serina und Nomi leben in einer Welt, die von Männern beherrscht wird. Frauen haben hier nichts zu sagen. Sie sollen entweder schön aussehen und brav dem Regenten als Grace zu Diensten sein, oder schuften sich in den Fabriken zu Tode. Sie haben keine Rechte, dürfen weder schreiben noch lesen lernen und schon gar keine Widerworte geben. Serina fügt sich ihrem Schicksal und soll zur Grace ausgewählt werden, ihre Schwester Nomi soll sie begleiten. Nomi könnte nicht gegensätzlicher sein. Sie ist wild und rebellisch und vor allen Dingen hasst sie es, dass sie nicht gleichgestellt ist mit den Männern. Und dann passiert das Unfassbare. Alles wird anders, als gedacht und die beiden Schwestern werden auseinandergerissen und jede von ihnen ist plötzlich in ihrem jeweils allergrößten Albtraum gefangen. Doch Aufgeben steht nicht zur Debatte.

Aufgabe: wo ich lese. Am liebsten vor dem Schlafengehen 🙂

Man fällt regelrecht in die Geschichte rein und ist am Anfang direkt bei einer wichtigen Entscheidung dabei. Leider bekommt man nicht wirklich mit, worum es geht, das wird erst nach und nach aufgeklärt.
Serina und Nomi brechen auf eine kurze Reise Richtung Palast auf. Serina hofft darauf, als Grace ausgewählt zu werden, und Nomi soll als ihre Dienerin bei ihr bleiben.

Leider bleibt das Dorf, in dem Nomi und Serina leben, sehr blass. Es wird zwar während der Geschichte immer mal wieder von dem Dorf gesprochen, aber ich konnte mir absolut nicht vorstellen, wie es da aussieht, weil das nie beschrieben wird. Es wird auch nicht erklärt, wie es um die Familien gestellt ist, die dort leben, oder wie Nomi, Serina und Renzo, ihr Bruder, dort aufgewachsen sind. Was haben sie den ganzen Tag gemacht? Was machen ihre Eltern?

Insgesamt bleibt die Welt, in der wir uns während der Geschichte befinden,  außen vor. Es wird erwähnt, dass es ärmere und reichere Gebiete gibt, aber das meiste spielt sich im Schloss und auf der Insel des Verderbens ab.

Und auch die Charaktere bleiben dadurch sehr blass. Für mich hatten Nomi und Serina irgendwie keine richtige Vergangenheit und das hat mir sehr gefehlt. Ebenso die anderen Charaktere. Malis, Ines, Cassia und vor allem Malachi und Asa. Irgendwie leben alle im Hier und Jetzt und geben kaum etwas von sich preis. Es gibt nur ein paar Andeutungen, die hoffentlich in den nächsten Teilen aufgelöst werden.

Serina war mir von Anfang an unsympathisch und das blieb auch leider das ganze Buch über so, obwohl sie sich am Ende zu einer Rebellin entwickelt. Dies war aber so vorhersehbar, dass ich es wohl irgendwie langweilig fand. Die Geschichte wird durchgehend in der dritten Person und abwechselnd aus Sicht von Nomi und Serina erzählt. Nomis Kapitel haben mir dabei viel besser gefallen.

Mir gefiel, wie rebellisch sie ist und wie sie versucht hat, alles zu tun, um sich und ihre Schwester zu retten, auch wenn sie manchmal falsche Entscheidungen getroffen hat, fügt sie sich nicht ihrem Schicksal. Leider ist sie am Ende nicht mehr so rebellisch und selbstbewusst, wie am Anfang, was mich sehr enttäuscht hat. Warum ist sie plötzlich so vertrauensselig? Wo ist ihr wacher Verstand geblieben? Ich habe die ganze Zeit darauf gehofft, dass sie ihren Misstrauen wiederfindet und wieder zu der starken Persönlichkeit wird, die sie am Anfang war.

Was mir besonders gut gefallen hat, ist, dass die beiden Schwestern, so unterschiedlich sie auch sind, alles tun, um die jeweils andere zu retten. Familie ist ihnen besonders wichtig.

Wie gesagt, die anderen Charaktere bleiben sehr blass. Es wird angedeutet, dass sie so einiges zu erzählen haben, aber das wird hier völlig außen vor gelassen. Schade.

Es gab noch einige andere Stellen, an denen bei mir Fragen aufgekommen sind, und die ich irgendwie unlogisch fand, aber vielleicht wird das ja auch erst im nächsten Teil aufgeklärt?

Der Schreibstil von Tracy Banghart ist sehr einfach gehalten und gut und flüssig lesbar. Das Buch richtet sich an Jugendliche und das merkt man dem Schreibstil an. Die Kapitel sind kurz und enden immer mit einem Mini-Cliffhänger, so dass man kaum erwarten kann weiterzulesen.

Das Cover ist zwar interessant und anscheinend sehr beliebt, aber ich persönlich finde es irgendwie seltsam. Das Gesicht wirkt verzerrt, das Auge zu groß, das Kinn zu schmal, die Perspektive ist irgendwie komisch, aber das ist wohl künstlerische Freiheit 🙂 (könnte aber auch daran liegen, dass ich das als Illustratorin mit einem besonders kritischen Auge sehe)

Fazit: Trotz meiner ganzen Kritik, gefiel mir die Geschichte im Großen und Ganzen recht gut. Es steckt noch jede Menge Potenzial in der Story und ich freue mich sehr auf den nächsten Teil. Ich werde also definitiv weiterlesen 🙂

Titel: Iron Flowers – Die Rebellinnen
Preis: 14,99 € (ebook)  16,99 € (gebundene Ausgabe)
Seiten: 384 (gebundene Ausgabe)
ISBN: 978-3-737-355421

Amazon*
Fischer Sauerländer Verlag

 

Rezension : Scythe – Die Hüter des Todes

scythe- die Hüter des Todes

Bildquelle: S. Fischer Verlage

Das Buch „Scythe – Die Hüter des Todes“* wurde von Neal Shusterman geschrieben und ist im FISCHER Sauerländer Verlag erschienen. Mir wurde das Ebook freundlicherweise über NetGalley zur Verfügung gestellt.

Kriege, Armut, Krankheit und sogar den Tod gibt es nicht mehr, was dazu führt, dass die Erde durch eine Überbevölkerung bedroht wird. Deshalb wurde die Scythe erfunden, die auserwählt wurden, um die Menschen zu töten und somit das zu tun, was früher durch Schicksal oder Krankheit erledigt wurde. Rowan und Citra werden dazu auserkoren gemeinsam die Ausbildung zum Scythe anzutreten und freunden sich sogar an. Doch am Ende kommt alles anders als gedacht und ihre erste Aufgabe als Scythe wird es sein, den jeweils anderen zu töten.

Citra und Rowan werden von dem ehrenwerten Scythe Faraday in die Lehre genommen und lernen die Kunst zu töten, wie man entscheidet, wer als nächster »nachgelesen«, also getötet wird, und wie man den Menschen oder deren Verwandten die Entscheidung am besten beibringt. Da jeder Scythe selber entscheidet, wie er das alles handhabt, lernt man im Laufe des Buches verschiedene Herangehensweisen kennen. So wie es im wahren Leben ist, sind nicht alle Scythe weise, sondern gerne auch blutrünstig und mit Spaß bei der Sache.

Zwischen den Kapiteln findet man immer mal wieder Tagebucheinträge von verschiedenen Scythe. Dort schreiben sie ihre Gedanken auf, und was sie im Moment bewegt. Das bringt noch ein bisschen mehr Tiefe in manche Charaktere, die man sonst nur als Begleiter von Rowan und Citra kennenlernt.

Ich fand die Idee hinter dem Buch interessant. Eine Welt, in der man ewig lebt und doch durch einen Mitbürger getötet werden kann. Für mich persönlich ist die Aussicht ewig zu leben nicht sehr erstrebenswert. Ich denke die Motivation sich Ziele zu setzen und diese zu erreichen, entsteht auch dadurch, dass man nicht ewig Zeit hat. Die Scythe bringen natürlich eine Ungewissheit mit sich. Man weiß nie, wann es einen trifft, wie im echten Leben. Die einen leben 300 Jahre und die anderen 20.

Interessant fand ich auch, dass die Leute nicht getötet, sondern »nachgelesen« werden, was dem Ganzen den Schrecken nimmt. Nachlesen hört sich – jedenfalls für mich – nicht so schlimm an.

Der Schreibstil von Neal Shusterman ist nüchtern und klar und irgendwie distanziert. Mir fehlte ein wenig der Zugang zu den Charakteren, deshalb fand ich die Tagebucheinträge ganz nett, in denen man noch ein bisschen mehr über die Personen erfährt.
Dennoch konnte ich zum Beispiel nicht nachvollziehen, dass Rowan und Citra sich irgendwie anziehend fanden, bzw, sich lieben.

Mir fehlte insgesamt etwas Spannung. Es war nicht so, dass ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Andererseits gefällt mir, dass das Buch einem zum Nachdenken bringt. Ist ewiges Leben erstrebenswert? Ist ein schneller Tod weniger schmerzhaft, als wenn man vorher aufgeklärt wird, wie, was und warum? Usw.

Die Protagonisten Rowan und Citra haben mir sehr gut gefallen. Sie machen eine tolle Entwicklung durch, haben interessante Ansichten, nehmen die Herausforderung an und lassen sich nicht unterkriegen, obwohl sie wissen, dass einer von ihnen sterben muss.

Ich persönlich denke oft darüber nach, dass wir dank der Medizin und dem Wissen von heute alle immer älter werden, was Vor- und Nachteile bringt hinsichtlich Rente und Ernährung. Was für eine Idee, dass es irgendwann mal so sein könnte, dass wir uns gegenseitig umbringen müssten, weil wir zwar den Tod in den Griff bekommen haben, aber den Rest nicht.

Ingesamt hat mir das Buch gut gefallen und ich bin sehr gespannt auf den nächsten abschließenden Teil.

Titel: Scythe – Die Hüter des Todes
Preis: 4,99 € (ebook)  19,99 € (gebundene Ausgabe)
Seiten: 528 (gebundene Ausgabe)
ISBN: 978-3-737-35506-3

Amazon*
Fischer Sauerländer Verlag

Rezension – play on – Dunkles Spiel von Samantha Young

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Das ebook „play on*“ von Samantha Young wurde mir über NetGalley vom Ullstein-Verlag zu Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.

Es geht um Nora, die in Donovan aufwächst, und durch einen Schicksalsschlag in ein Leben rutscht, das sie nicht will. Da kommt ihr der Schotte Jim gerade recht, der sich auf den ersten Blick in sie verliebt, und sie mit sich nach Schottland nimmt. Nachdem ihre eigene Verliebtheit verflogen ist und ihre Hoffnungen und Jims Versprechungen niemals wahr geworden sind, merkt sie, dass sie von einem Gefängnis im nächsten gelandet ist.

Die Geschichte ist in drei Abschnitte aufgespalten. Der Beginn erzählt, wie Nora nach Schottland gekommen ist. Zwar ist es eine schöne Geschichte, aber es hat nichts mit der eigentlichen Liebesgeschichte zu tun. Hier wird der Hintergrund von Nora erzählt, was mit ihrer Familie ist und wieso sie so geworden ist, wie sie ist: unsicher, verletzlich und voller Schuldgefühle.

Mir fiel der Einstieg etwas schwer. Nachdem mir klar war, dass es sich nicht um die Hauptcharaktere gehandelt hatte, wollte ich einfach nur, dass es schnell weitergeht.

Erst im Mittelteil kommt dann Aiden ins Spiel und weitere Komplikationen. Zum Ende gibt es einen weiteren Bruch und der dritte Teil spielt wieder einige Jahre später.

Die Charaktere: Nora mochte ich nicht besonders. Sie tat mir zwar sehr leid, wegen all dieser Schicksalsschläge, aber diese Schuldgefühle, die sie sich eingeredet hat, weil sie Jim geheiratet hat? Weil sie ihm die Jahre gestohlen hat? Bitte was? Das hat mich extrem genervt, weil es mir völlig abwegig vorkam. Dieser „Grund“ für ihr Verhalten hat mir leider nicht gefallen.

Und auch, dass sie gar nichts hinterfragt hat. Eine Person, die sie nicht mag, und der sie auch nicht traut, erzählt ihr etwas und sie glaubt ihr einfach, ohne weiter nachzuhaken? Och nö.

Aiden: Ich mochte, dass er vorsichtig ist und sie erstmal richtig kennenlernen wollte. Es kann ja Liebe auf den ersten Blick sein, aber er stürzt sich nicht auf sie, ohne darüber nachzudenken. Obwohl ich echt gruselig finde, was er alles über sie weiß, und ein bisschen übertrieben.

Fazit.: Eine tiefgründige, sehr realistische Geschichte mit einer klaren Botschaft.

 

Titel: play on – Dunkles Spiel
Preis: 9,99 € (ebook)  12,00 € (Taschenbuch)
Seiten: 480(Taschenbuch)
ISBN: 978-3-548-291222

Rezension – QualityLand von Marc-Uwe Kling

Qualityland ullstein

Das Buch QualityLand von Marc-Uwe Kling aus dem Ullstein-Verlag wurde mir freundlicherweise über NetGalley als ebook zur Verfügung gestellt

QualityLand ist kein tolles Land, es ist das tollste Land. Dort gibt es keine guten Waren, sondern die besten Waren. Nur Superlativen werden akzeptiert.

Das Land hieß früher anders. Aber um nicht immer die Altlasten mitschleppen zu müssen hat man das Land einfach umbenannt. Außerdem hört sich »made in QualityLand« einfach besser an.

Auch die Bewohner des Landes wurden umbenannt. Sie tragen jetzt den Beruf der Eltern als Nachnamen. (Die Jungs werden nach dem Beruf des Vaters und die Mädchen nach dem Beruf der Mutter benannt.) Das ist super, wenn dein Vater ein Senator ist, aber blöd, wenn er arbeitslos ist, wie der Vater des Protagonisten Peter Arbeitsloser.

Peter ist Maschinenverschrotter, denn in diesem Land werden die Produkte nicht mehr repariert, sondern direkt verschrottet. Und wenn man etwas Neues braucht, dann wird es sofort von TheShop – der weltweit beliebteste Versandhändler – geliefert – auch wenn man selber noch gar nicht weiß, dass man dieses Produkt überhaupt braucht.

Allerdings scheint das System nicht so perfekt zu sein, wie es sein sollte. Denn Peter bekommt etwas geliefert, das er seiner Meinung gar nicht haben will. Leider ist er der Einzige, der glaubt, dass etwas nicht stimmt, und er findet keine Möglichkeit das Produkt zurückzugeben. Und damit beginnt Peters Kampf gegen das System, zusammen mit einer Drohne, die Flugangst hat, einem traumatisierten Kampfroboter und noch ein paar anderen Freunden.

In dem Buch gibt es drei verschiedene Perspektiven: Peter Arbeitsloser, einer der »Nutzlosen«, Martyn Vorstand, ein hohes Tier im Parlament und »John of Us«, ein Roboter, der für das Kanzleramt kandidiert. Zunächst sind es drei verschiedene Leben, die parallel ablaufen und erst am Ende zusammengeführt werden.

Leider war die Handlung eher eine Aneinanderreihung von mehreren Kurzgeschichten, vor allem die Geschichte um Peter Arbeitsloser. Das ist jedoch die einzige kleine Kritik, die ich habe.

Die Kapitel werden immer wieder durch Artikel und Werbung unterbrochen. Darunter gibt es so einige interessante Kommentare, die man nachlesen kann. Das ist das einzige, was sich in den beiden Versionen (schwarz oder weiß) unterscheidet.

Dies ist das erste Buch, das ich von Marc-Uwe Kling gelesen habe. Bei witzigen Romanen bin ich oft vorsichtig. Humor kann ja sehr verschieden sein. Allerdings hat er mit diesem Buch bei mir genau ins Schwarze getroffen und ich kann es definitiv weiterempfehlen. Es passieren super witzige Sachen, obwohl man eigentlich oft nicht weiß, ob man lachen oder lieber weinen sollte. Denn die Welt, in der Peter lebt, ist unsere Welt, in der so einige Dinge auf die Spitze getrieben werden. Es ist ein Zukunftsbild, das zeigt, wie es aussehen könnte, wenn wir so weitermachen wie bisher. Die Ärzte wissen auf den Tag genau, wann du stirbst, das Internet weiß, was du willst, bevor du es selber weißt (»gläserner Mensch«). Durch die Personalisierung wird der Menschenhass gefördert, weil man immer nur in seiner eigenen Blase lebt und jeder denkt, die anderen denken genauso (Algorithmus). In diesem Fall bin ich immer dankbar für solche Bücher, die mal zum Nachdenken anregen.

Das Cover ist genial gestaltet. Nicht nur, dass es zwei Versionen gibt, es sind auch ein paar Dinge abgebildet, die man erst erkennt, wenn man das Buch gelesen hat. Eigentlich sollte das Land EqualityLand heißen. Das E wurde in Form vom Namen des Autors dargestellt. Außerdem erkennt man einen Kussmund, der in Qualityland anstelle des Fingerabdrucks benutzt wird.

Fazit: ein satirischer Blick auf unsere Zukunft oder wie sie sein könnte. Auf jeden Fall lesen.

Titel: Qualityland
Preis: 14,99 € (ebook) 18,00 € (Hardcover)
Seiten: 385 (Hardcover)
Bindung: ebook und Hardcover
ISBN: 978-3-550-050152

Rezension: Wenn die Liebe Anker wirft

wenn die Liebe Anker wirft - jodysart

 

Fast ein Jahr nach dem Tod ihrer Mutter kehrt Summer zurück nach Willowbeck. Sie muss sich endlich um das Hausboot ihrer Mutter kümmern, das eine Freundin mehr schlecht als recht weiterführt. Summer weigert sich jedoch zunächst selber die Verantwortung darüber zu übernehmen und überlegt, es zu verkaufen.

In Willowbeck trifft sie auf den neuen Nachbarn Mason, den griesgrämigen Norman, der nie aus seinem Boot herauszukommen scheint und trotzdem über alles und jeden Bescheid weiß, auf die Wahrsagerin Valerie, die Freundin ihrer Mutter, und auf Harry, die wunderbare Kuchen zaubert.

Außerdem sind da noch die Pubbesitzer Jenny und Denis, wobei Jenny lieber gesehen hätte, dass Summer nicht zurückgekehrt wäre und sie auch so behandelt.

Obwohl Summer alles versucht, kann sie die Vergangenheit nicht vergessen und auch nicht, dass sie glaubt, schuld an dem Tod ihrer Mutter zu sein.

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm und flüssig, allerdings ist der Rhythmus so langsam, dass ich auch nur langsam vorwärts kam und so brauchte ich für eine Seite doppelt so lang, wie für andere Bücher. Ich kam also nicht allzu schnell voran, was mich teilweise so genervt hat, dass ich zu einem anderen Buch gegriffen habe.

Es gab zu viele Details, die zu ausführlich beschrieben wurden. Mir fiel es extrem schwer am Ball zu bleiben und weiterzulesen.

Das Buch ist in mehrere Teile aufgeteilt. Dies hätten auch einzelne Bände sein können, weil neue Figuren darin vorkommen, wir zwischendurch an anderen Orten sind und auch die Themen ganz andere sind.

Insgesamt behandelt das Buch so viele verschieden Themen, dass ich mich kaum auf eines konzentrieren konnte. Manchmal wusste ich nicht genau, um was es denn jetzt geht. Die Handlung ist oft schwammig. Es kommt immer etwas Neues. Zwar wird der rote Faden am Ende des Buches wieder aufgenommen, aber in der Mitte scheint er sich irgendwo verloren zu haben.

Willowbeck wirkt sehr idyllisch. Die Beschreibungen der Orte und der Boote sind sehr ausführlich. Ich konnte mir die Schauplätze gut vorstellen, was ich von den Charakteren nicht behaupten kann. Diese sind schlicht und einfach gehalten. Obwohl die Vergangenheit so wichtig für Summer ist, erfährt man doch nicht viel davon. Genauso ist es bei Mason. Und auch von den anderen Charakteren hätte ich gerne mehr erfahren. Es wird alles nur kurz angerissen. Insgesamt fiel es mir schwer mich in die Lage der Charaktere hineinzuversetzen. Ich habe mich wirklich eher wie ein Zuschauer gefühlt, der von oben auf die Handlung schaut.

Insgesamt hat mir der Schreibstil der Autorin und auch die Geschichte ganz gut gefallen. Allerdings war das Buch an einigen Stellen etwas langatmig und ich hätte lieber mehr über die Charaktere erfahren.

Titel: Wenn die Liebe Anker wirft
Preis: 9.99 €
Seiten: 496
Bindung: Taschenbuch
ISBN: 978-3-956-49684-4