Rezension: Gut geplant ist halb verliebt

gut geplant ist halb verliebt

Das Buch „Gut geplant ist halb verliebt„* von Lauren Layne aus dem mtb-Verlag wurde mir im Zuge einer Lovelybooks-Leserunde vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Mit dem Umzug in die neue Wohnung fühlt sich Heather endlich da angekommen, wo sie immer hinwollte. Sie lebt jetzt in New York, ihre Beförderung zur Hochzeitsplanerin steht kurz vor der Tür. Alles könnte so perfekt sein, wenn da nicht dieser dämliche Nachbar wäre. Er spielt viel zu laut Musik; am liebsten in den Abendstunden, lebt scheinbar in den Tag hinein und sieht auch noch unverschämt sexy aus.

Auch auf der Arbeit ist nicht alles so rosa wie es scheint. Zwar kann Heather für ihre Kundin ihre Traumhochzeit planen, allerdings kommt es ihr denkbar seltsam vor, dass die Braut sich so gar nicht für ihre eigene Hochzeit interessiert.

Der Schreibstil hat mir direkt sehr gut gefallen. Er ist locker leicht und flüssig zu lesen. Auch die Charaktere waren gut durchdacht. Sie haben alle ihre Macken und Hintergründe. Es wird aus zwei Perspektiven erzählt und wir lernen Josh und Heather und ihre Geschichte in ihrer jeweils eigenen Perspektive kennen. Josh, der scheinbar in den Tag hinein lebt und Musiker sein will und gleichzeitig nicht so gefestigt ist, wie er rüber kommen will. Er will keine Beziehung und niemandem zu Nahe kommen.

Und auch hinter Heathers Vorliebe Hochzeiten zu planen steckt etwas aus ihrer persönlichen Geschichte.

Die beiden können sich vom ersten Augenblick gut leiden, auch wenn sie sich nicht einig sind, wann so laut Musik gespielt werden darf und wann nicht.

Auch die Nebencharaktere waren mit viel Liebe gezeichnet und wurden gut in die Geschichte eingearbeitet. Ihre Chefin und ihre Mitarbeiterin bei den »Wedding Bells«, die Familie von Josh.

Anfangs hat mich die Weise, wie sie miteinander geredet haben, etwas irritiert. Ich hatte bei den Dialogen immer das Gefühl irgendetwas nicht mitbekommen zu haben. Ich habe mich aber schnell daran gewöhnt. Gerade die Frechheit in den Schlagabtauschen hat mir sehr gut gefallen. Sie sind beide nicht auf den Mund gefallen und zögern auch nicht dem anderen das zu zeigen. Sehr unterhaltsam.

Es ist eine wunderschöne Liebesgeschichte für zwischendurch. An manchen Stellen ein bisschen übertrieben, an einigen Stellen etwas klischeehaft, aber dennoch sehr unterhaltsam.

Titel: Gut geplant ist halb veriebt
Preis: 8,99 € (ebook) 9,99 € (Taschenbuch)
Seiten: 336 (Taschenbuch)
ISBN: 978-3-956-497759
mtb-Verlag (MIRA Taschenbuch ein Imprint von HarperCollins Germany GmbH)
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Rezension – Evolution – Teil 2 und Teil 3

Schon wieder 2 Wochen vorbei. Eigentlich sollte die Rezension früher kommen, aber das Jahr hat so angefangen, wie es geendet hat: stressig. In der ersten Woche habe ich ein Projekt beendet, das noch geheim ist, und in der zweiten Woche war ich auf der Heimtextil in Frankfurt.

Aber eigentlich soll es ja um die Rezension geshen:

Evolution –  der Turm der Gefangenen (Teil 2)*

Evolution – die Quelle des Lebens (Teil 3)*

zur Rezension von Teil 1 geht es hier entlang

Die Bücher sind ursprünglich im Arena Verlag erschienen und wurden von Thomas Thiemeyer geschrieben.

Nach einem Flugzeugabsturz erwachen die Passagiere in einem Amerika, das so ganz anders aussieht, als es aussehen sollte. Alles ist verlassen und mit Pflanzen überwuchert.

Ein paar Jugendliche schließen sich zusammen und versuchen herauszufinden, was passiert ist. Auf ihrem Weg begegnen ihnen schreckliche Dinge und sie sind Gefahren ausgesetzt, die sie sich in ihrer alten Welt kaum vorstellen konnten.

Ich habe den zweiten und auch den dritten Teil als Hörbuch gehört, erschienen im Rubikon Audio-Verlahgelesen von Mark Bremer. Besonders gut hat mir gefallen, dass es zu Beginn immer eine kleine Einführung gibt. In wenigen Worten wird erzählt, was im letzten Band passiert ist. Eine super Idee. Man weiß sofort wieder, wo man ist. Sehr hilfreich, wenn man die drei Bücher nicht hintereinander liest. 🙂

Der Schreibstil ist schlich und einfach gehalten, was mir sehr gut gefallen hat. Die Vorlieben des Autors (er hat Geologie und Geographie studiert) werden schnell klar. Es geht um die Entwicklung des Lebens, die Grausamkeit und der Egoismus der Menschen. Es gibt einige technische Begriffe, die aber gut und verständlich erklärt werden

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven jeweils aus der dritten Person erzählt. Die Perspektivwechsel sind sehr gut gelungen, was ich persönlich als besonders wichtig empfinde. Man weiß sofort, wer da spricht, was den Lesefluss nicht ins Stocken geraten lässt. Natürlich hat man dadurch nicht so viel Einblick in die Gefühlswelt der Charaktere, was mir aber nicht gefehlt hat. Die Charaktere sind insgesamt leider eher stereotypisch gehalten. Man erfährt kaum etwas über sie, was wirklich schade ist. Sie scheinen eine Vergangenheit zu haben, denn ab und zu werden Details erwähnt, aber es kommt nie wirklich zur Sprache. Das fehlt irgendwie. Auch die extreme Wandlung einiger Charaktere fand ich nicht so toll, z.B Marek, der sich in jedem Band komplett anders verhält. Und die angedeutete Verliebtheit zwischen manchen Personen hat mich öfters die Augen verdrehen lassen. Gerade in dieser Geschichte fand ich das eigentlich überflüssig.

Insgesamt stehen die Konflikte und Beziehungen der Charaktere innerhalb der Gruppe im Vordergrund. Sie werden auf die Probe gestellt, müssen einander vertrauen und versuchen, sich gemeinsam gegen äußere Einflüsse zur Wehr zu setzen und durchzuhalten.

Ich hatte ein Problem mit der Sprache der Charaktere. Obwohl zwischen den Jugendlichen einige Jahrhunderte liegen, ist der einzige Unterschied, dass sie technisch nicht auf dem gleichen Stand sind. Sie sprechen gleich, sie benehmen sich gleich. Das fand ich total irritierend.

Und auch die Ereignisse an manchen Stellen kamen mir eher unwahrscheinlich vor und sehr weit hergeholt. Leider gab es auch einige Logiklöcher. Die Jugendlich sind technisch so versiert und können alles händeln, was ihnen in den Weg kommt. Mir haben einfach zu oft logische Erklärungen gefehlt. Gerade der dritte Band hat einiges zu bieten, was ich als übertrieben oder unlogisch empfand.

Insgesamt wird die Reihe (wie es leider öfter der Fall ist) mit jedem Band schlechter. Dennoch mag ich das Thema und finde die Idee interessant, dass die Natur sich die Zerstörungswut der Menschen nicht gefallen lässt, sondern irgendwann mal zurückschlagen könnte.

 

Titel: Evolution – Ter Turm der Gefangenen
Preis: 13,99 € (ebook) 16,99 € (gebundene Ausgabe)
Seiten: 376 (gebundene Ausgabe)
ISBN: 978-3-401-601687
Titel: Evolution – Die Quelle des Lebens
Preis: 14,99 € (ebook) 17,99 € (gebundene Ausgabe)
Seiten: 416 (gebundene Ausgabe)
ISBN: 978-3-401-601694

 

Rezension – QualityLand von Marc-Uwe Kling

Qualityland ullstein

Das Buch QualityLand von Marc-Uwe Kling aus dem Ullstein-Verlag wurde mir freundlicherweise über NetGalley als ebook zur Verfügung gestellt

QualityLand ist kein tolles Land, es ist das tollste Land. Dort gibt es keine guten Waren, sondern die besten Waren. Nur Superlativen werden akzeptiert.

Das Land hieß früher anders. Aber um nicht immer die Altlasten mitschleppen zu müssen hat man das Land einfach umbenannt. Außerdem hört sich »made in QualityLand« einfach besser an.

Auch die Bewohner des Landes wurden umbenannt. Sie tragen jetzt den Beruf der Eltern als Nachnamen. (Die Jungs werden nach dem Beruf des Vaters und die Mädchen nach dem Beruf der Mutter benannt.) Das ist super, wenn dein Vater ein Senator ist, aber blöd, wenn er arbeitslos ist, wie der Vater des Protagonisten Peter Arbeitsloser.

Peter ist Maschinenverschrotter, denn in diesem Land werden die Produkte nicht mehr repariert, sondern direkt verschrottet. Und wenn man etwas Neues braucht, dann wird es sofort von TheShop – der weltweit beliebteste Versandhändler – geliefert – auch wenn man selber noch gar nicht weiß, dass man dieses Produkt überhaupt braucht.

Allerdings scheint das System nicht so perfekt zu sein, wie es sein sollte. Denn Peter bekommt etwas geliefert, das er seiner Meinung gar nicht haben will. Leider ist er der Einzige, der glaubt, dass etwas nicht stimmt, und er findet keine Möglichkeit das Produkt zurückzugeben. Und damit beginnt Peters Kampf gegen das System, zusammen mit einer Drohne, die Flugangst hat, einem traumatisierten Kampfroboter und noch ein paar anderen Freunden.

In dem Buch gibt es drei verschiedene Perspektiven: Peter Arbeitsloser, einer der »Nutzlosen«, Martyn Vorstand, ein hohes Tier im Parlament und »John of Us«, ein Roboter, der für das Kanzleramt kandidiert. Zunächst sind es drei verschiedene Leben, die parallel ablaufen und erst am Ende zusammengeführt werden.

Leider war die Handlung eher eine Aneinanderreihung von mehreren Kurzgeschichten, vor allem die Geschichte um Peter Arbeitsloser. Das ist jedoch die einzige kleine Kritik, die ich habe.

Die Kapitel werden immer wieder durch Artikel und Werbung unterbrochen. Darunter gibt es so einige interessante Kommentare, die man nachlesen kann. Das ist das einzige, was sich in den beiden Versionen (schwarz oder weiß) unterscheidet.

Dies ist das erste Buch, das ich von Marc-Uwe Kling gelesen habe. Bei witzigen Romanen bin ich oft vorsichtig. Humor kann ja sehr verschieden sein. Allerdings hat er mit diesem Buch bei mir genau ins Schwarze getroffen und ich kann es definitiv weiterempfehlen. Es passieren super witzige Sachen, obwohl man eigentlich oft nicht weiß, ob man lachen oder lieber weinen sollte. Denn die Welt, in der Peter lebt, ist unsere Welt, in der so einige Dinge auf die Spitze getrieben werden. Es ist ein Zukunftsbild, das zeigt, wie es aussehen könnte, wenn wir so weitermachen wie bisher. Die Ärzte wissen auf den Tag genau, wann du stirbst, das Internet weiß, was du willst, bevor du es selber weißt (»gläserner Mensch«). Durch die Personalisierung wird der Menschenhass gefördert, weil man immer nur in seiner eigenen Blase lebt und jeder denkt, die anderen denken genauso (Algorithmus). In diesem Fall bin ich immer dankbar für solche Bücher, die mal zum Nachdenken anregen.

Das Cover ist genial gestaltet. Nicht nur, dass es zwei Versionen gibt, es sind auch ein paar Dinge abgebildet, die man erst erkennt, wenn man das Buch gelesen hat. Eigentlich sollte das Land EqualityLand heißen. Das E wurde in Form vom Namen des Autors dargestellt. Außerdem erkennt man einen Kussmund, der in Qualityland anstelle des Fingerabdrucks benutzt wird.

Fazit: ein satirischer Blick auf unsere Zukunft oder wie sie sein könnte. Auf jeden Fall lesen.

Titel: Qualityland
Preis: 14,99 € (ebook) 18,00 € (Hardcover)
Seiten: 385 (Hardcover)
Bindung: ebook und Hardcover
ISBN: 978-3-550-050152

Rezension: Wenn die Liebe Anker wirft

wenn die Liebe Anker wirft - jodysart

 

Fast ein Jahr nach dem Tod ihrer Mutter kehrt Summer zurück nach Willowbeck. Sie muss sich endlich um das Hausboot ihrer Mutter kümmern, das eine Freundin mehr schlecht als recht weiterführt. Summer weigert sich jedoch zunächst selber die Verantwortung darüber zu übernehmen und überlegt, es zu verkaufen.

In Willowbeck trifft sie auf den neuen Nachbarn Mason, den griesgrämigen Norman, der nie aus seinem Boot herauszukommen scheint und trotzdem über alles und jeden Bescheid weiß, auf die Wahrsagerin Valerie, die Freundin ihrer Mutter, und auf Harry, die wunderbare Kuchen zaubert.

Außerdem sind da noch die Pubbesitzer Jenny und Denis, wobei Jenny lieber gesehen hätte, dass Summer nicht zurückgekehrt wäre und sie auch so behandelt.

Obwohl Summer alles versucht, kann sie die Vergangenheit nicht vergessen und auch nicht, dass sie glaubt, schuld an dem Tod ihrer Mutter zu sein.

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm und flüssig, allerdings ist der Rhythmus so langsam, dass ich auch nur langsam vorwärts kam und so brauchte ich für eine Seite doppelt so lang, wie für andere Bücher. Ich kam also nicht allzu schnell voran, was mich teilweise so genervt hat, dass ich zu einem anderen Buch gegriffen habe.

Es gab zu viele Details, die zu ausführlich beschrieben wurden. Mir fiel es extrem schwer am Ball zu bleiben und weiterzulesen.

Das Buch ist in mehrere Teile aufgeteilt. Dies hätten auch einzelne Bände sein können, weil neue Figuren darin vorkommen, wir zwischendurch an anderen Orten sind und auch die Themen ganz andere sind.

Insgesamt behandelt das Buch so viele verschieden Themen, dass ich mich kaum auf eines konzentrieren konnte. Manchmal wusste ich nicht genau, um was es denn jetzt geht. Die Handlung ist oft schwammig. Es kommt immer etwas Neues. Zwar wird der rote Faden am Ende des Buches wieder aufgenommen, aber in der Mitte scheint er sich irgendwo verloren zu haben.

Willowbeck wirkt sehr idyllisch. Die Beschreibungen der Orte und der Boote sind sehr ausführlich. Ich konnte mir die Schauplätze gut vorstellen, was ich von den Charakteren nicht behaupten kann. Diese sind schlicht und einfach gehalten. Obwohl die Vergangenheit so wichtig für Summer ist, erfährt man doch nicht viel davon. Genauso ist es bei Mason. Und auch von den anderen Charakteren hätte ich gerne mehr erfahren. Es wird alles nur kurz angerissen. Insgesamt fiel es mir schwer mich in die Lage der Charaktere hineinzuversetzen. Ich habe mich wirklich eher wie ein Zuschauer gefühlt, der von oben auf die Handlung schaut.

Insgesamt hat mir der Schreibstil der Autorin und auch die Geschichte ganz gut gefallen. Allerdings war das Buch an einigen Stellen etwas langatmig und ich hätte lieber mehr über die Charaktere erfahren.

Titel: Wenn die Liebe Anker wirft
Preis: 9.99 €
Seiten: 496
Bindung: Taschenbuch
ISBN: 978-3-956-49684-4

Rezension: Stars over Castle Hill – Schicksalhafte Begegnung von Samantha Young

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Bildquelle: Ullstein-Verlag

Das E-Book wurde mir über NetGalley vom Ullstein-Verlag zur Verfügung gestellt.

In dem Buch „Stars over Castle Hill – Schicksalhafte Begegnung“ von Samantha Young, erschienen im Ullstein-Verlag, geht es um Joss und Braden Carmichael, die glücklich verheiratet sind und drei Kinder haben.
Joss ist Schriftstellerin und soll eine »Was-wäre-wenn«-Novelle schreiben. Sie entscheidet sich dafür, ein alternatives Kennenlernen mit Braden zu erfinden. Was wäre, wenn sie sich nicht vor zehn Jahren getroffen hätten, sondern erst jetzt? Wer wäre sie, wenn sie ihm nicht begegnet wäre? Sie glaubt daran, dass sie beide füreinander bestimmt sind, und dass sie sich früher oder später ineinander verliebt hätten. Voller Angst vor der großen Liebe würde sie sich mit dreißig vielleicht einsam fühlen. Würde Braden immer noch um sie kämpfen, wenn er vielleicht schon eine Ehe hinter sich hätte?

Ich habe erst später bemerkt, dass dies wohl eine Art Spin-off oder Fortsetzung der Edinburgh Love Story Reihe ist. Ich habe diese Bücher (noch) nicht gelesen. Allerdings hat mich das nicht wirklich gestört.

Es ist das erste Buch, das ich von Samantha Young lese und ihr Schreibstil hat mich voll überzeugt. Er ist flüssig, mitreißend, spritzig, gefühlvoll, locker. Ich konnte mich super in die Figuren hineinversetzen.
Mir hat besonders gut gefallen, dass Braden und Joss schon etwas älter sind. Sie waren bedachter in ihren Handlungen, haben Verantwortung übernommen, Entscheidungen akzeptiert und versucht sich in den anderen hineinzuversetzen, was mir bei manchen YA-Romanen fehlt. Leider ging mir das Ende etwas zu schnell. Es war eben nur eine Kurzgeschichte.Trotzdem hat es an nichts gefehlt. Überraschende Wendungen, prickelnde Szenen, Komik, ein Auf und Ab der Gefühle.

Ich kann das Buch auch empfehlen, wenn man noch nichts von Samantha Young gelesen hat, allerdings wäre es vielleicht schlauer, die Reihe mit dem ersten Band zu beginnen 😉

Titel: Stars over Castle Hill – Schicksalhafte Begegnung
Preis: 1.99 €
Seiten: 144
Bindung: e-pub
ISBN: 978-3-843-71697-0

Rezension: der magische Faden von Tom Llewellyn

Da ich selber Kinderbuchillustratorin bin, wird es höchste Zei, dass hier auch mal eine Rezension zu einem Kinderbuch geschrieben wird. Das Buch ist mit 256 Seiten schon für ältere Kinder. In der Beschreibung steht ab 10 Jahre.

Das Buch „Der magische Faden“ von Tom Llewellyn, erschienen im Thienemann-Esslinger Verlag wurde mir über Netgalley als e-book zur Verfügung gestellt.

Es geht um die Geschwister Markus, Lukas und Jeannie, die ein geheimnisvolles Päckchen mit einem sonderbaren schwarzen Wollknäuel erhalten. Der Faden ist jedoch kein gewöhnlicher. Er scheint einen eigenen Willen zu besitzen, Dinge zum Leuchten zu bringen, Verbindungen einzugehen. Er bringt die Geschwister, die doch sehr verschieden sind, näher zusammen, indem sie gemeinsam versuchen, den Dingen auf den Grund zu gehen. Sie vermuten, dass der Faden von ihrem Vater kommt, der seit Jahren verschollen ist.

Die Protagonisten sind gut ausgearbeitet. Sie werden nicht oberflächlich behandelt. Jeder hat seine Eigenheiten, seine Stärken und Schwächen. So ist der Ich-Erzähler Markus jemand, in dem sich sicher einige wiederfinden. Er ist nah am Wasser gebaut und scheint seinen kleinen Bruder für dessen Stärke zu bewundern. Dabei ist Markus selber derjenige, der neugierig und mutig genug ist, um mehr über den Faden herausfinden zu wollen. Er stellt sich der Herausforderung und wächst über sich hinaus. Lukas ist selbstsicher, aber auch etwas vorlaut und wild. Jeannie ist sehr intelligent, liest viel, spricht aber kein Wort und hat ihre eigene Weise gefunden mit den anderen zu kommunizieren. Aster ist sehr offen und neugierig, sie ist neu in der Stadt und sofort auf Markus zugegangen. Sie ist freundlich zu allen, ohne Vorurteile, wird jedoch von ihrer Mutter sehr überbehütet und kann nachts nicht gut schlafen.

Das Cover gefällt mir im Großen und Ganzen. Irgendwie hat es mich angesprochen, sonst hätte ich erst gar nicht danach „gegriffen“. Die Andeutungen der griechischen Mythologie und noch so einige Dinge, die im Buch vorkommen, kann man hier bereits erkennen. Allerdings finde ich es doch recht dunkel und leicht überladen, was natürlich auch an der verkleinerten Darstellung auf meinem Bildschirm sein kann.
Bei jedem Kapitelanfang findet man eine weitere kleine Zeichnung (Vignette) von der Illustratorin Nina Dulleck. (Sie ist im übrigen eine meiner Lieblingsillustratorinnen.)

Mir hat der anschauliche und flüssige Schreibstil des Autors sehr gut gefallen. Es war durchgehend spannend und ich wollte die ganz Zeit wissen, was es mit dem Faden auf sich hat.
Außerdem hat mir sehr gut gefallen, dass es nicht an der Oberfläche bleibt. Es wird die griechische Mythologie angesprochen oder auch die Fibonacci-Reihe, und auch Jeannies Vorbild Da Vinci.
Die vielen bildlichen Beschreibungen fand ich toll. Es werden Dinge angesprochen, über die man normalerweise einfach hinwegliest. Man fühlte sich teilweise, als würde man neben den Personen stehen und mit ihnen das leuchtende Haus bestaunen und sich vor den Motten fürchten. Auch die einfachen Erklärungen von komplizierten Vorgängen wie die Strings haben mich beeindruckt. Sie sind verständlich und schön in die Geschichte eingearbeitet. Man lernt Dinge im Vorbeigehen. Die Geschichte ist gleichzeitig aufregend, geheimnisvoll, an manchen Stellen philosophisch und informativ.
Die Interpretation des Gegenstandes Faden bzw. Wollknäuel, der Verbindungen eingeht, und Dinge zusammenbringt, sie miteinander verknüpft und dadurch etwas ganz wunderbares hervorbringt, wie das leuchtende Haus, gefällt mir sehr gut.
Ein abwechslungsreiches, witziges, konfuses Abenteuer, mit interessanten Wendungen, in dem das Leben so einiger Menschen auf den Kopf gestellt wird.

Titel: der magische Faden
Preis: 12.99 €
Seiten: 256
Alter: ab 10 Jahre
Bindung: e-book oder als gebundene Ausgabe
ISBN: 978-3-522-18449-6 (geb. Ausgabe)

 

 

Rezension Evolution – Die Stadt der Überlebenden

Es tut mir leid, dass in letzter Zeit mehr Rezensionen als Illustrationen kommen. Aber es laufen einige Dinge im Hintergrund, die viel Zeit brauchen. Aus diesem Grund kann ich wenig darüber berichten, möchte aber auch nicht, dass dieser Blog einschläft. Ich versuche demnächst mal ein paar meiner Skizzen zu veröffentlichen, die nicht zu viel von den Projekten freigeben. Ansonsten bin ich immer noch hin- und hergerissen, ob ich die Buchrezensionen weiterhin hier veröffenlichen soll. Aber andererseits sind Bücher nun mal ein Teil meiner Arbeit und ich möchte darüber reden bzw. schreiben. Die Gedanken kreisen und ich hoffe, ich komme bald mal zu einer Lösung.
Es ist schon einige Zeit her, dass ich das folgende Buch gelesen habe, und hier kommt endlich die Rezension:
Cover Thomas Thiemeyer Evolution

Bildquelle: Arena-Verlag

In dem Buch Evolution – Stadt der Überlebenden von Thomas Thiemeyer, das im Arena-Verlag erschienen ist, geht es um Jem und Lucie, die eigentlich an einem Schüleraustausch in den USA teilnehmen wollten. Ihr Flugzeug kommt allerdings in Turbulenzen und als sie am Denver Airport notlanden, müssen sie feststellen, dass nichts so ist, wie es sein sollte. Alles ist kaputt, verlassen und mit Pflanzen überwuchert. Einige Jugendliche und nur wenige Erwachsene machen sich auf, um mehr darüber zu erfahren, wo sie sind, was passiert und ist und vor allem, wie sie wieder wegkommen. Denn diese Welt ist gefährlicher als sie aussieht. Sogar die Tiere scheinen sich gegen sie verschworen zu haben und greifen die Gestrandeten immer wieder gemeinsam an. Was ist bloß geschehen? Kann es wirklich sein, dass sie 200 Jahre in der Zukunft gelandet sind?
 
Mir hat sehr gut gefallen, dass Lucie und Jem nicht die 0815-Protagonisten sind, was bei den anderen allerdings umso mehr der Fall war. Auch, dass Lucie durch ihre Krankheit einen Vorteil gegenüber den anderen besitzt, fand ich einen tollen Aspekt. Die Charaktere sind ansonsten etwas blass, man kann sich aber gut in sie hineinversetzen. Die Personen kennen sich alle nicht, sind nur durch Tatsache miteinander verbunden, dass sie zusammen im Flugzeug saßen. Sie versuchen sich zusammenzureißen und die Situation zu meistern, was ab und an zu Streitigkeiten führt.  Manchmal würde man sie allerdings am liebsten mal schütteln, um sie wieder auf den rechten Weg zu bringen.
Obwohl ich Roboter nicht besonders mag, kann ich verstehen, dass sie in einer Zukunftsversion unserer Welt wohl nicht fehlen dürfen. „Rodrick“ war mir sogar sehr sympathisch, wenn man bedenkt, dass es nur eine Maschine ist und hat mich leicht an R2-D2 erinnert.
Die Geschichte wird abwechselnd aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, vor allem aber aus Jems und Lucies Sicht. Der Wechsel ist gut gelungen und hat mich kaum aus dem Lesefluss rausgerissen. Überhaupt ist der Schreibstil leicht und flüssig und hat mir sehr gut gefallen.
Als ich von dem Buch gehört habe, habe ich gedacht, das ist genau meins, das muss ich lesen. Allerdings habe ich etwas ganz anderes erwartet, als es dann war und das hat meine anfängliche Euphorie sehr absinken lassen. Dennoch hat mir die Geschichte ganz gut gefallen, auch wenn mich der Anfang sehr an Stephen Kings „Langoliers“ erinnert hat und mir ab und zu das gewisse Etwas und die Spannung gefehlt hat.
Mittlerweile mag ich generell solche Geschichten mit verschiedenen Zukunftsvisionen und kann mir auch gut vorstellen, dass sich die Natur auf die eine oder andere Weise das wieder zurückholt, was die Menschen sich genommen haben.
Allerdings gab es auch in der Geschichte einige Sachen die ich merkwürdig fand, z.B. dass sich schlussendlich nur ein paar Jugendliche auf den Weg machen, um mehr darüber herauszufinden, wo sie gelandet sind. Erwachsene tauchen nur kurz auf. Außerdem hatte ich oft das Gefühl, dass ich wusste, was passieren würde, und die Charaktere doch sehr lange brauchten, um darauf zu kommen. Auch das Ende hat mir nicht so gut gefallen, weil ich einfach andere Erwartungen hatte oder ich mir eine andere Entwicklung für unsere Erde in 200 Jahren wünschen würde. (das ist natürlich sehr subjektiv.)
Im Großen und Ganzen hat mir die Geschichte gut gefallen, die Spannung baut sich an manchen Stellen nur langsam auf, man möchte aber doch gerne weiterlesen, weil man mehr über die Welt erfahren möchte, und was dort passiert ist. Einige Wendungen waren unerwartet und es gab auch Stellen, die mich leicht geschockt haben, weil ich sie in einem Jugendbuch nicht erwartet hätte.
 
Das Cover (von Jann Kernke illustriert) gefällt mir außerordentlich gut. Die Perspektive ist absolut genial. Man schaut von oben herab auf das Geschehen und fühlt sich gleichzeitig, als wäre man mittendrin.
Ein weiterer Aspekt, der mich persönlich sehr angesprochen hat, ist, dass Thomas Thiemeyer Illustrator ist und somit ein Kollege.  Auf seiner Website findet man sowohl Informationen über ihn als Autor als auch ein paar Illustrationen. Zudem betreibt er einen Youtube -Kanal, auf dem noch ein paar Hintergrundinformationen offenbart werden.
Der zweite Teil von Evolution – der Turm der Gefangenen und auch der dritte Teil Evolution – die Quelle des Lebens sind bereits erschienen.